Erdbeben-Skalen

Die Richter-Skala
Die Skala wurde 1935 von Charles F. Richter am kalifornischen Institut für Technologie entwickelt. Es handelt sich hierbei um eine logarithmische Skala, die von 0.1 bis 10 reicht. Dabei gilt der angegebene Wert (die Magnitude) als Maß für die Bodenbewegung. Jeder Punkt auf der Skala bedeutet etwa eine Verzehnfachung der Stärke des Erdbebens. Der Energiegehalt eines Bebens steigt dagegen etwa um das 30fache von Magnitude zu Magnitude.
Weltweit werden jährlich etwa 800 Beben der Stärke 5 bis 6 gezählt, etwa 50'000 Beben der Stärke 3 bis 4 und durchschnittlich ein Beben der Stärke 8 bis 9. Theoretisch ist die Richter-Skala nach oben offen. Bis 1979 nahm man an, daß ein Erdbeben die Stärke 8.5 nicht übersteigen könne. Seitdem wurden die seismischen Meßmethoden verbessert und die Skala angepaßt. Heute wird die Stärke 9.5 als obere Grenze angenommen.

Stärke Kriterium
1 bis 2 nur durch Instrumente nachweisbar
3 selten nahe dem Bebenherd zu spüren
4 bis 5 im Umkreis von 30 Kilometern um das Bebenzentrum spürbar mit leichten Schäden
6 mäßiges Beben, Todesopfer und schwere Schäden in dicht besiedelten Regionen
7 starkes Beben, das zu Katastrophen führen kann
8 Großbeben; 8.9 war bisher höchster gemessener Wert

Mercalli-Skala und Medvedev-Sponheuer-Karnik-Skala
Die Mercalli-Skala bzw. Medvedev-Sponheuer-Karnik-Skala ordnet die Intensität der Erschütterungen in Stufen von 1 bis 12 ein. Diese basieren nicht auf meßbaren Größen, sondern auf fühlbaren und sichtbaren Folgen eines Bebens. Da sich seismische Oberflächeneffekte mit dem Abstand vom Bebenherd verringern, hängt die Mercalli-Bewertung von der Meßstelle ab. Mit der Intensität 1 wird auf dieser Skala ein Beben bezeichnet, das nur von Seismographen registriert wird.

Stärke Zerstörungsmerkmale
1 nicht zu spüren
2 wird nur von wenigen gespürt
3 Erschütterungen werden von vielen gespürt, aber selten als Erdbeben erkannt
4 kann in Häusern gespürt werden, so als würde ein LKW gegen das Gebäude fahren
5 wird von fast allen bemerkt, viele wachen davon auf; Bäume und Masten schwanken
6 wird von allen bemerkt, viele laufen nach draußen; Möbel verschieben sich; es entstehen leichte Schäden
7 alle laufen nach draußen; leicht gebaute Häuser werden schwer beschädigt, an stabilen Bauwerken treten leichte Schäden auf
8 Sonderkonstruktionen werden leicht beschädigt, andere Bauwerke fallen ein
9 alle Gebäude werden schwer beschädigt, viele Gebäudefundamente verschieben sich; im Erdboden erscheinen sichtbare Risse
10 viele Gebäude sind zerstört; der Erdboden weist breite Risse auf
11 beinahe alle Gebäude stürzen ein, Brücken zerbrechen; im Boden bilden sich breite Spalten
12 totale Zerstörung; Wellen erscheinen an der Bodenoberfläche, Objekte stürzen in breite Erdspalten