An der Luft heilen Wunden besonders gut

Stimmt nicht. Unter einem Pflaster kann es zu müffeln beginnen, das ist richtig. Dies ist jedoch kein Grund, komplett auf einen Wundschutz zu verzichten – Schnitte, Abschürfungen oder Stiche sollten im Idealfall überhaupt nicht trocknen. „Wunden heilen in feuchter Umgebung am besten“, sagt Dr. Michael Eisfelder aus Rottweil, Facharzt für Dermatologie. Nur so kann sich gelbliches Wundsekret in der Wunde sammeln – das Transportmittel für eine Vielzahl von Substanzen, etwa Enzyme, Antikörper, Hormone, Wachstumsfaktoren. Diese Stoffe sind für den Heilungsprozeß verantwortlich und sorgen dafür, daß sich neues Gewebe bildet. An der Luft hingegen trocknet die betroffene Stelle aus: Das Sekret kann nicht mehr fließen, die Wunde schließt sich langsamer, die Haut heilt schlechter. Je weniger ausgetrocknet, abgetupft oder weggeschwemmt wird, desto besser verläuft der Heilungsprozeß. Noch ein Argument für das Pflaster: An der Luft können Schmutz, Keime und Bakterien in die Wunde eindringen. Und wenn es an der Stelle wirklich mal zu müffeln beginnt, wechseln Sie einfach das Pflaster.