Grippemittel aus der Küche

Kartoffel-, Zitronen- oder Zwiebel-Wickel können Medikamente ersetzen
Herbst und Winter sind Erkältungszeit. Doch nicht immer muß man bei Halsschmerzen und Co gleich zu Medikamenten greifen. Manchmal hilft es auch schon, die Selbstheilungskräfte des Körpers mit altbewährten Hausmitteln wie z.B. den Wickeln zu aktivieren.
Wickel sind natürlich, kostengünstig (die Zutaten dafür hat man meist daheim) und einfach in der Anwendung. Sie können auch ergänzend zu einer medikamentösen Therapie angewandt werden. Durch das Anlegen eines Wickels erlebt der Patient Zuwendung. Ruhe ist ein ganz wichtiger Faktor. Auch die Nach-Ruhe sollte mindestens 1/4 - 1/2 Stunde dauern.
Wickel wirken über die Temperaturunterschiede zwischen Wickel und Haut. Es gibt beispielsweise feucht-warme und feucht-kalte Wickel. Daneben spielen auch die verschiedenen Zutaten für die Wickelanwendungen eine wichtige Rolle. Heilpflanzen in Form eines Tee-Aufgusses, als Öl-Auszug oder als deren ätherische Öle kommen zu Einsatz. Auch Lebensmittel wie Kartoffeln, Ingwer oder Kohl werden als Auflagen verwendet.

Der klassische Wadenwickel
Bei erhöhter Temperatur sollte zu Beginn noch kein Wickel angelegt werden. Bei unter 39 °C sollte man die Methode nur anwenden, wenn der Patient sehr leidet. Der Wickel sollte auf keinen Fall eiskalt sein, sondern nur etwa 1-5 °C unter der Fiebertemperatur liegen.
Füße und Hände müssen warm sein. Am besten zieht man Socken an oder nimmt zuvor ein Fußbad. Auch sollte man einen Nässeschutz unter die Unterschenkel legen (kein Plastik, besser dichtes Moltontuch). Darauf kommt ein großes Handtuch, das dann die feuchten Wickel umhüllt). Beide Unterschenkel mit feuchten Tüchern umwickeln. Sobald die Innentücher körperwarm sind, abnehmen, noch mal neu (wie vorher) befeuchten. Innerhalb von 30-40 Minuten zwei- bis dreimal wiederholen.

Alternative Wickel
Der Halswickel mit Zitrone wirkt entzündungshemmend und mindert die Schluckbeschwerden. Dazu schneidet man Zitronen in Scheiben, legt sie nebeneinander auf ein Stück Küchenrolle und faltet ein längliches Päckchen. Den Saft kann man ein wenig ausdrücken. Legen Sie den Wickel dann von Ohr zu Ohr vorne auf und fixieren Sie ihn mit Schal oder Binde. Den Wickel kann man anschließend bis zu einer Stunde einwirken lassen. Dabei ist allerdings Vorsicht geboten, denn die Zitronensäure kann die Haut reizen.
Als Alternative zu Zitronen-Wickeln bieten sich Quark-Wickel an. Der Quark sollte Zimmertemperatur haben und nur im vorderen Halsbereich aufgelegt werden (von Ohr zu Ohr). Man kann Quark bei Husten leicht angewärmt auch als Brustauflage verwenden.

Kartoffeln und Zwiebeln
Bei Ohrenschmerzen kann ein Zwiebelwickel helfen. Die Zwiebel zählt zu den pflanzlichen Antibiotika. Klein geschnitten in ein Küchentuch gepackt, indirekt über Wasserdampf leicht erwärmt, wird sie mit einem Stirnband oder einer Mütze auf dem Ohr fixiert. Sie hat eine schleim- und sekret-lösende Wirkung und kann über Nacht einwirken. Bessern sich die Beschwerden nicht deutlich nach einem Tag, sollte ein Arzt aufgesucht werden.
Bei Husten kann auch ein Kartoffel-Wickel helfen. Die Kartoffel wird nicht ohne Grund auch „Fango aus der Küche“ genannt. Denn Kartoffelwickel speichern die Wärme besonders lange. Ganz wichtig: Darauf Sie achten, daß er nicht zu heiß ist! Durch die Wärme hat er eine hustenreizlindernde und schleimlösende Wirkung.

Vorsicht geboten!
Nicht jeder Wickel ist für jeden geeignet. Ganz wichtig ist es auch, im Vorfeld etwaige Allergien auszuschließen. Hautreizende Auflagen mit Ingwer, Meerrettich und Senfmehl gehören in die Hände von Fachleuten oder von erfahrenen Personen. Sollten sich die Beschwerden nach 1-2 Tagen nicht verbessern oder gar noch verschlimmern, ist in jedem Fall ein Arzt aufzusuchen.