Frauen-Nachnamen in Tschechien

Wenn sich eine tschechische Frau entscheidet, bei der Heirat den Nachnamen ihres Mannes anzunehmen, unterscheidet er sich dennoch weiter leicht vom Nachnamen des Mannes.

Heißt der Mann z.B. Navrátil, heißt seine Frau mit angehängtem -ová-Suffix Navrátilová.

Heißt der Mann z.B. Procházka, wird vor dem Anhängen von -ová der letzte Vokal entfernt, und die Frau heißt Procházková.

Das Suffix -ova drückt grammatisch die Zugehörigkeit der Frau zum Mann aus - vergleichbar mit „de“ oder „von“.

Wenn Frau Navrátilová ins Ausland auswandert und dort einen Sohn bekommt, ist es den ausländischen Behörden dann schwer zu vermitteln, daß in die Geburtsurkunde des Sohnes nur der Name Navrátil, ohne -ová, eingetragen werden soll. Stellen Sie sich vor, der Sohn reist eines Tages nach Tschechien und stellt sich dort als Navrátilová vor: Da muß jeder zwangsweise denken, daß es sich um ein Transvestiten handelt.

Mittlerweile hat der Gesetzgeber zugelassen, daß die Frau das Suffix -ová bei der Heirat nicht anhängen muß, sie kann auch Navrátil heißen. Wenn die Eltern ihrer Tochter einen Nachnamen mit -ová bescherten, kann sie sich das Suffix entfernen lassen.

Kurioserweise hängen viele Journalisten auch ausländischen weiblichen Namen -ová an. So wird aus Merkel Merkelová und aus Steffi Graf wird Steffi Gráfová.

Bei Nachnamen, die ein Adjektiv sind, z.B. Černý (dt. Schwarz, Genus mask.), heißt die Ehefrau bzw. die Tochter entsprechend den grammatischen Regeln Černá (dt. Schwarz, Genus. fem.)

Es gibt aber auch Nachnamen, die auch auf der Frauen-Seite keine Änderung des Nachnamens hervorrufen. Es sind Nachnamen, die auf ů enden, wie z.B. Janů.