Salbei

Salvia officinalis

Salbei ist auch unter den Namen „Königssalbei“ und „Muskatellerkraut“ bekannt. Die lateinischen Bezeichnungen „Salvus“ (gesund), „salva-re“ (retten, heilen), „salvatrix“ (Ehre dem Erlöser), nehmen Bezug auf seine außerordentlichen Heilwirkungen.

Er wächst nördlich der Alpen, an den Mittelmeerküsten und in Amerika. Salbei treibt aus einer oft verholzten Pfahlwurzel. Sein vierkantiger, hohler Stengel verzweigt sich und wird 40-70 Zentimeter hoch. Die graugrünen Blätter sind samtig und variieren in der Farbe wie im Geschmack. Auf ihrer Unterseite zeigen sie ein stark hervortretendes Adernetz. Die Blüten bilden violette Kronen und blühen von Mai bis Juli. Die Samen sind mandelförmig, dunkelbraun, etwa 2-3 Millimeter lang und säen sich sehr leicht selbst aus. Salbei enthält bis zu 2,8 % ätherische Öle, dazu Gerbstoffe, Bitterstoffe und Flavonoide.

Er liebt nährstoffreiche, wasserdurchlässige, kalkhaltige Böden, trockene Wiesen, Brachland, sonnige Hügel und wind- und frostgeschützte Stellen. In kalten Wintern friert er zurück, treibt aber nach dem Rückschnitt wieder aus. Die Vermehrung erfolgt durch Selbstaussaat vom späten Frühjahr bis Sommer oder durch Stecklinge. Spätestens nach 4-7 Jahren sollte die Pflanze ausgewechselt werden, weil sie sonst verholzt. Die Blätter werden vor der Blüte im Mai und Juni, zur Mittagszeit geschnitten und im Schatten getrocknet. Nach trockenen sonnigen Tagen sind die ätherischen Öle am stärksten entwickelt. Die reifen Samen werden vor dem Aufquellen getrocknet, die Wurzeln später zu Absuden, Tinkturen und Pillen verarbeitet.

Frischer, getrockneter oder gemahlener Salbei wird in kleinen Mengen Speisen beigegeben, sonst überlagert er den Geschmack. Er würzt Gänse-, Enten- und Schweinebraten, Wurst, Füllungen, Gebäck und Getränke. Er paßt zu Rosmarin, Thymian oder Lorbeer und wird bei der Zubereitung von Beizen, Marinaden und für Kräuteröle und Essig verwendet. Salbei wird von Anfang an mitgekocht, nur dann entfaltet er sein volles Aroma.

Salbei hilft bei Störungen der Verdauungs- und Leberfunktionen, Völlegefühl und Unwohlsein, wirkt heilend und krampflösend. Nächtliches Schwitzen, starker Speichelfluß, Depressionen, Angstzustände beeinflußt Salbei günstig. Äußerliche Anwendung findet Salbei bei Infektionen des Mundes, des Zahnfleisches, der Kehle, der Haut, bei Ausfluß und bei Insektenstichen.

Über einen längeren Zeitraum sollten die Mittel, vor allem auch der Tee, nicht eingenommen werden, es besteht Vergiftungsgefahr. Vorsicht ist besonders während der Schwangerschaft geboten. Das Öl dient als Fixativ in Zahnpasten, Parfüms und zellaktiven Kosmetika.