Rosmarin

Rosmarinus officinalis

„Ros maris“ bedeutet „Meertau“, nimmt Bezug auf ihr häufigstes Vorhandensein in den mediterranen „Macchien“, den immergrünen Buschwäldern. Ihm ist, wie kaum einer anderen Pflanze, im Altertum Verehrung entgegengebracht worden. In der Antike war er der Venus geweiht, und die Römer schmückten mit ihm ihre Hausaltäre. Schon im alten Ägypten, vor ca. 4000 Jahren, wurden Kräutergärten meist in der Nähe von Tempeln angelegt.

Rosmarin wächst wild in den felsigen Küstengebieten der Mittelmeerländer. Kultiviert wir er in Europa und in Amerika. Rosmarin ist ein immergrüner, sehr dicht verzweigter Strauch. Im Frühjahr treiben hellgrüne, flaumig-behaarte Triebe aus, die ledern und am Rande eingerollt sind. Die hellblauen, manchmal auch violettblauen Blüten sind in Trauben zusammengeschlossen und bedecken das obere Drittel der Zweige. Beim Zerreiben duften alle Teile der Pflanze angenehm und aromatisch. Rosmarin enthält viele Kampferöle, Flavonoide, Phenol- und Karnosinsäure (hauptsächlich für medizinische Zwecke), Bitterstoffe und Harze.

Um sein feines Aroma entfalten zu können, benötigt der Rosmarin viel Licht und Wärme. Trockene, kalkig-neutrale Böden und sonnige Hänge sind ideale Orte. Im Garten, windgeschützt und in voller Sonne, ist er ein guter Nachbar für Salbei, Thymian und Bohnenkraut. Töpfe und Kübel sind geeignet zum Überwintern in Gewächshäusern oder an anderen frostsicheren Stellen. Wenn die Pflanze nach der Blüte zurückgeschnitten wird, regt das zum buschigen Wuchs an. In kalten, feuchten Wintern faulen von unten her die Wurzeln ab. Die Aussaat erfolgt im Frühjahr, Stecklinge werden im Sommer eingepflanzt. Geerntet werden Blätter und Blütenspitzen von Frühjahr bis Sommer. Destillate erbringen Öle und Extrakte. Rosmarin kann im Schatten getrocknet und in luftdichten Gläsern aufbewahrt werden.

Vorsichtig dosiert, paßt Rosmarin zu gegrilltem Lamm, Kalbfleisch, Geflügel und Kaninchen, Fisch und Muscheln. Er würzt Suppen, Eintöpfe, Gebäck, Getränke, Desserts, Marmeladen, Kräuteröl und -essig. Rosmarin fördert die Verdauung und die Leberfunktionen. Die Wirkstoffe des Rosmarins helfen bei Kreislaufbeschwerden, schlechter Durchblutung und schwachen Blutgefäßen, sie beruhigen das Herz, stärken die Nerven, lindern Kopf- und Erkältungsschmerzen. Sie wirken antiseptisch und entzündungshemmend, fördern Haarwuchs und vermindern Haarausfall, straffen die Kopfhaut und beseitigen üblen Mundgeruch. Rosmarin soll nicht über längere Zeit und in großen Mengen verwendet werden.

Der Hauptanteil der weltweiten Rosmarinernte wird zur Destillation ätherischen Öls benötigt, das zur Herstellung von Shampoo, Seifen, Parfüms und „Kölnisch Wasser“ gebraucht wird.