Pfefferminze

Mentha X piperita

Die heute bekannteste Kräuterart ist eine alte Kulturpflanze, bei den griechischen Ärzten unter dem Namen „Mintha“ bekannt. Pfefferminze, auch „Edelminze“ genannt, ist nur eine von sehr vielen Minzsorten. Bei uns ist sie bereits seit dem 17. Jahrhundert bekannt.

Pfefferminze wächst in ganz Europa, Eurasien und Afrika. Sie ist eine kriechende, mehrjährige Pflanze. Der bis 80 Zentimeter hohe Stengel ist stark verästelt. Die glatten Blätter sind kurz gestielt und länglich. Ihre Ränder sind scharf gezahnt. Die hellrötlich-violetten Blüten stehen in gedrängten Quirlen. Im ätherischen Öl ist hauptsächlich Menthol enthalten. Weitere Stoffe sind u.a. Flavonoide und Azulen.

Sie bevorzugt frischen, nährstoffreichen Boden, nasse Wiesen und auch Moore und Teichränder. In den Kräutergärten wird sie neben Petersilie, Wasserdost und anderen Minzen in sonnigen Lagen oder im Halbschatten angebaut. Eine Züchtung besonderer Art ist die „Mentha x piperita var. citrata“, die einen angenehmen, lavendelartigen Duft entwickelt. Die Aussaat erfolgt ab März. Mehrjährige Pflanzen lassen sich vegetativ durch Wurzelteilung in der Wachstumsperiode vermehren. Ablegerwurzeln werden in Wasser gelegt, bis sich neue Wurzelfasern bilden, dann wird der Wurzelschnittling in die Erde gepflanzt.

Geerntet wird das blühende Kraut. Getrocknet läßt es sich lange aufbewahren.

Pfefferminze sollte nicht mit anderen Gewürzen kombiniert werden. Sie eignet sich sowohl für süße als auch für pikante Speisen. Die frischen Blätter geben Obstsalaten, Mixgetränken, Tees und Süßspeisen das besondere Pfefferminzaroma. Das durch Dampfdestillation aus der blühenden Pflanze gewonnene Pfefferminzöl ist eine beliebte Beigabe zu Getränken, Konfekt und Eis und wird oft für Glasuren verwendet. Feingehackte Pfefferminzblätter mit Zucker und Apfel- oder Malzessig ergeben eine delikate, einfach herzustellende Minzsoße.

Im medizinischen Bereich wird Pfefferminzöl oder Menthol in schmerzlindernden Salben, Massageölen und Einreibemitteln verarbeitet. Es kühlt die Haut und erhöht so die Durchblutung. Es heilt Wunden und bringt Linderung und Entspannung bei Muskel- und Nervenschmerzen, Kopfschmerzen und Schwindelgefühlen. Das Öl hilft bei krampfartigen Beschwerden in Magen, Darm und Galle. Inhalieren von Pfefferminzöl beseitigt Katarrhe der oberen Atemwege und der Bronchien. Das Öl sollte nicht über einen längeren Zeitraum und nicht bei Säuglingen angewendet werden. Pfefferminztee hilft bei Erkältungen und Magenverstimmungen. In fast allen Hygieneartikeln zur Mundpflege, in Gesichtsmasken, Fußpflegemitteln, Shampoos und Haarpflegemitteln ist Pfefferminzöl ebenso enthalten wie in Bonbons, Likören und Süßwaren.