Petersilie

Petroselinum crispum

Im Volksmund auch „Bittersilge“ genannt, ist Petersilie seit mehr als 2'000 Jahren bekannt, allerdings wurde sie früher mehr für sakrale Zwecke als in der Küche verwendet. Da sie sehr anpassungsfähig ist, findet man sie heute fast überall auf der Welt. Obwohl der berühmte schwedische Botaniker Linnaeus der Meinung war, Petersilie stamme aus Sardinien, halten andere Wissenschaftler die östlichen Mittelmeerländer für ihre Heimat.

Die Pflanze benötigt zwei Jahre bis sie ausgewachsen ist. Im ersten Jahr entwickelt sie glatte, oder je nach Art, krause Blätter, im zweiten Jahr wachsen Stengel und Blütenstände, danach geht die Pflanze ein. Die Petersilie hat eine möhrenartige, halbspindelförmige Wurzel. Die Blätter sind dreiteilig und am Ende gekräuselt. Die kleinen Blüten sind gelb bis grün.

Petersilie benötigt einen tiefgründigen, humosen und nährstoffreichen, gut entwässerten, neutralen bis alkalischen Boden in der Sonne oder im Halbschatten.

Die Aussaat erfolgt ab April bis zum Sommer und Herbst direkt in das Beet. Der Samen braucht 3-6 Wochen zum Keimen, diese Zeit kann allerdings durch wärmendes Vorkeimen verkürzt werden.

Die Ernte der Blätter erfolgt vor der Blüte. Sie werden frisch, tiefgefroren, oder getrocknet verwendet. Die Wurzeln sind im Herbst des ersten Jahres ergiebig (für Absude, Flüssigkeitsextrakte u.a.), das Öl destilliert man aus Blättern und Samen.

Wegen ihres feinen Aromas und des unaufdringlichen Geschmacks wurde die Petersilie zu einem universellen Gewürz, das zu allen Gerichten, außer Süßspeisen, paßt.

Vorzugsweise frische, aber auch getrocknete und sogar tiefgefrorene Blätter werden kleingehackt und kurz vor dem Servieren den Speisen beigegeben. Petersilie eignet sich zum Garnieren, zum Würzen von Soßen, für Suppen, Eintöpfe, Füllungen, pikanten Speisen und zu Fisch. Sie paßt zu vielen Gemüsesorten wie Tomaten, Kartoffeln und Zwiebeln. Glatte Petersilie schmeckt kräftiger als krause.

Eine Überdosis kann zu Nieren- und Leberschädigungen, Nervenentzündungen und Magen-Darm-Blutungen führen. Allerdings wirken die Stoffe nach der Entbindung anregend für die Bildung der Muttermilch.

Petersilie entwässert das Gewebe, hilft bei Nierensteinen, wirkt krampflösend, entzündungshemmend und verdauungsanregend. Petersilie wird angewendet bei Ödemen, Koliken, Anämie, Arthritis, Rheuma, Frauenleiden und Appetitlosigkeit. Eingeweichte Blätter und Samen werden zur Haarspülung verwendet. Umschläge reinigen die Haut von Flecken und Ausschlägen. Homöopathen verschreiben Extrakte aus der Petersilie bei Blasenreizung und Harndrang.