OutLook

Wenn Sie bereits seit einigen Jahren mit Office arbeiten, werden Sie sagen, daß die Geschichte von OutLook vor etwa 7 Jahren mit dem Erscheinen von OutLook 97 als Teil des Office-Paketes beginnt. Tatsächlich liegen die Anfänge aber schon etwas weiter zurück: Im Jahr 1995 stellte Microsoft mit einigem Marketing-Getöse Windows 95 vor. Mit Windows 95 wurde ein kleines Programm namens "Exchange" ausgeliefert, das zum einen als Client für den Microsoft Exchange-Server verwendet werden konnte, darüber hinaus aber auch über die Möglichkeit verfügte, Internet-Mails über POP3 abzurufen und über SMTP-Server zu verschicken. Mit dem zweiten Service Release von Windows 95 wurde der Exchange-Client dann in "Windows Messaging" umbenannt, da die Verwechslungsgefahr mit dem Exchange-Server einfach zu groß war.

Der Exchange-Client von Windows 95 war ein reines Mailprogramm ohne Kalender, Kontakte usw., aber die eMails wurden bereits in einer PST-Datei gespeichert. Dabei hat Microsoft es geschafft, die Kompatibilität soweit zu wahren, daß Sie noch heute eine PST-Datei des damaligen Exchange-Clients ohne Probleme mit OutLook 2003 öffnen könnten.

1996 - OutLook 97 (8.0)

Ende 1996 erschien dann Office 97 und damit auch die erste "richtige" Version von OutLook. Wie bei jeder ersten Version gab es noch einige Ecken und Kanten, aber von der grundsätzlichen Struktur war bereits alles vorhanden, das auch in den aktuellen OutLook-Versionen zu finden ist. Wenn man den Exchange-Client als Vorläufer von OutLook in Betracht zieht, wundert es nicht, daß der Abruf und Versand von eMails über das Internet (POP3/SMTP) zwar möglich, aber sehr langsam war. OutLook 97 basierte auf dem so genannten MAPI-Protokoll und für die Verbindung zum Internet kam leider ein sehr langsamer MAPI-Spooler zum Einsatz, der eine Reihe von Bugs aufwies.

In den Folgemonaten gab es eine Reihe von Patches, die verschiedene "Kinderkrankheiten" der ersten Version von OutLook 97 beseitigten. Die letzte Version ist 8.04, was Sie in Ihrem OutLook 97 (sollten Sie es noch einsetzen) im Dialogfeld ? | Info überprüfen können. Wird diese Version nicht angezeigt, sollten Sie zumindest das Service Release 2 für Office 97 installieren! Noch besser wäre allerdings der Umstieg auf OutLook 98.

1998 - OutLook 98 (8.5)

Nach dem Erscheinen von OutLook 97 gewann das Internet so schnell an Bedeutung, daß der langsame Internet-Maildienst von OutLook 97 nicht mehr wettbewerbsfähig war. So wurde außerhalb der normalen Erscheinungszyklen der Office-Pakete im März 1998 eine "Zwischenversion" von OutLook veröffentlicht. OutLook 98 war nach der ersten Version ein bedeutender Schritt.

Man hatte aus den Problemen von OutLook 97 gelernt und viele Probleme mit der Erinnerungsfunktion, dem Ausdruck von Elementen, Anhängen, Signaturen usw. beseitigt. Den langsamen MAPI-Spooler als Schnittstelle zu Internet-Mail konnte man so schnell nicht umgehen, und so wurde OutLook 98 kurzerhand in 2 Teile geteilt: Wenn Sie nur eMails aus dem Internet abrufen, installieren Sie OutLook im so genannten "Nur Internet"-Modus, arbeiten Sie mit dem Exchange-Server, mußten Sie OutLook im "Arbeitsgruppen"-Modus installieren und dabei für die Verbindung zum Internet mit den alten Problemen kämpfen. Viele Anwender wissen gar nicht, daß OutLook 98 diese beide Modi bietet, aber wenn Sie einmal das Dialogfeld ? | Info aufrufen, finden Sie in der zweiten Zeile direkt unter der Versionsangabe die Angabe des Installationsmodus.

OutLook 98 war offiziell ein kostenloses Upgrade für registrierte OutLook 97-Anwender, wurde dann aber später als kostenloser Download zur Verfügung gestellt und dann sogar auf einer Begleit-CD des Magazins STERN verteilt. Wenn Sie noch mit Office 97 arbeiten, sollten Sie in jedem Fall OutLook 98 einsetzen. Dabei können Sie sich die Tatsache zu Nutze machen, daß das Programm auch auf den CDs einiger Bücher kostenlos mitgeliefert wurde. Für 14,95 EUR kommen Sie so recht preiswert an ein wesentlich besseres und schnelleres OutLook. Zum Beispiel: OutLook-Buch mit OutLook 98 auf CD

1999 - OutLook 2000 (9.0)

Nur ein Jahr später erschien dann OutLook 2000, das sich zunächst einmal im Programmdesign an den übrigen Office-Applikationen orientierte. Die beiden Installationsmodi "Nur Internet" und "Arbeitsgruppe" waren weiterhin vorhanden, aber über eine Schaltfläche auf der Registerkarte "eMail-Übertragung" im Dialogfeld Extras | Optionen hatten Sie nun die Möglichkeit, quasi per Mausklick zwischen den beiden Modi zu wechseln. Wesentliche Neuerungen von OutLook 2000 waren:
● bessere Integration von Word als eMail-Editor
● Speichern des Kalenders als Webseite
● Überwachen von Aktivitäten Ihrer Kontakte
● persönliche Verteilerlisten (das war bis 1999 mit OutLook tatsächlich nicht möglich!)
● Seriendruck mit Word aus OutLook heraus
● Lesebestätigungen für Internet-Mail
● erweiterte Entwicklungsumgebung

Eine interessante Begebenheit des Jahres 1999 war der Makrovirus "Melissa". Der Virus selber war in VBA als Word-Makro geschrieben, aber er verbreitete sich mit Hilfe des Adreßbuches von OutLook automatisch per eMail. Nur wenige Monate später folgten dann "Explore.Zip" und der "IloveYou"-Virus, was Microsoft schließlich zur Veröffentlichung eines Sicherheitsupdates für OutLook 98 und 2000 veranlaßte. Das Update führte dazu, daß Anhänge mit bestimmten Endungen (EXE, DOC, MDB) grundsätzlich gesperrt wurden und von dem Anwender gar nicht mehr aufgerufen werden konnten. Außerdem erschien eine Warnmeldung, sobald ein externes Programm versuchte, auf Daten von OutLook zuzugreifen oder eMails zu verschicken.

Das größte Problem mit der ersten Version des Patches war die Tatsache, daß er auch von Administratoren nicht konfiguriert werden konnte. Die als gefährlich eingestuften Anlagen waren gesperrt und blieben es auch, solange man das Update installiert hatte. Später wurde mit dem Service Pack 3 für Office 2000 ein Registryschlüssel eingeführt, über den jeder Anwender selbst bestimmen kann, welche Anhangtypen auf seinem Rechner gesperrt sein sollten.

2001 - OutLook 2002 (10.0)

OutLook 2002 war die erste OutLook-Version, die dann nicht mehr zwischen "Nur Internet"- und Arbeitsgruppen-Modus unterschied. Die wichtigsten neuen Funktionen waren:
● komfortable Auswahl des gewünschten eMail-Accounts für jede neue Mail
● Nutzung eines Hotmail-Accounts aus OutLook heraus (diese Möglichkeit wird allerdings in wenigen Wochen von Hotmail abgeschaltet werden).
● "AutoVervollständigen" bei der Eingabe von eMail-Adressen
● ein einziges Dialogfeld für alle Erinnerungen in OutLook (bis OutLook 2000 erschien für jede Erinnerung ein eigener Dialog!)
● Verwendung von Farben im Kalender
● neuer Assistent zum komfortablen Einrichten von eMail-Accounts
In OutLook 2002 gab es allerdings nicht nur Erweiterungen. Unter anderem aufgrund des neuen Programmdesigns ohne "Nur Internet"- und "Arbeitsgruppen-Modus wurden auch verschiedene Features gestrichen. Zum Beispiel:
● Netzordner zur gemeinsamen Datennutzung ohne den Exchange-Server
● Unterstützung des Microsoft Mail-Protokolls und des "Workgroup Postoffice"
● Microsoft Fax und WinFax Starter Edition
● automatische Speicherung von eMail-Adressen, deren Mails Sie beantworten
● Export der eMail-Konten in eine separate Datei

2003 - OutLook 2003 (11.0)

Mit der aktuellen Version 2003 aus dem letzten Jahr wurde schließlich die Benutzeroberfläche zum ersten Mal seit 1997 komplett überarbeitet. Am auffälligsten ist dabei der neue vertikale Lesebereich, der das bisherige Vorschaufenster ersetzen soll und bis zu 40 % mehr Text der aktuell markierten Nachricht zeigen kann. Außerdem wurde die bisherige OutLook-Leiste mit der Ordnerliste zusammengeführt. Weitere neue Funktionen in OutLook 2003:
● komplett neuer Spam-Filter, der von Microsoft laufend aktualisiert wird
● Blockieren vom Abruf externer Links aus HTML-Mails
● Kalender mehrerer Anwender nebeneinander anzeigen
● Bilder in den OutLook-Kontakten
● spezieller Exchange-Cache zur effizienten Nutzung des Exchange-Servers bei langsamen Verbindungen
● überarbeiteter Dialog des Regelassistenten

Nach dem aktuellen Informationsstand wird die nächste OutLook-Version für 2006 erwartet.