Melisse

Melissa officinalis

Der Name wurde aus dem Griechischen „Melissa" (Honigbiene) abgeleitet. Melisse wurde in Altgriechenland auch „Lablatac“ genannt, ein Name, der allerdings für mehrere aromatische Kräuter gilt. Die Zitronenmelisse, sie trägt im Volksmund auch den Namen Herztrost, ist seit Jahrtausenden ein beliebtes Würz- und Heilkraut.

Ihre Heimat ist der mittlere und östliche Mittelmeerraum. Sie gedeiht in Europa und Amerika. Die Melisse hat ein dünnes aber kräftiges Wurzelwerk, das sich stark ausbreitet. Die leicht behaarten Stengel sind vierkantig. Die herzförmigen, weichen Blätter sind kraus, schwach behaart und ähneln der Brennessel. Die unscheinbaren blaßgelben Blüten erscheinen von Juni bis August. Die Inhaltstoffe sind ätherische Öle, Gerb- und Bitterstoffe sowie Flavonoide und Rosmarin-Säure. Die ätherischen Öle und Harze erzeugen den anregenden Duft.

Die Aussaat, die Teilung oder Triebstecklinge, im Frühjahr und Herbst sorgen für ihren Fortbestand. Melisse liebt fruchtbare, humose, lockere Böden sowie Halbschatten und gedeiht an windgeschützten Hängen. Sie ist in Mitteleuropa nicht ganz frosthart. Im Garten hält sie gute Nachbarschaft mit Minze, Oregano und Weinkraut. Die Pflanzen sollten nach der Blüte zurückgeschnitten werden, damit sich neue Blätter bilden können. Die Ernte erfolgt vor Beginn der Blüte zwischen Mai und Juni, dann sind die Wirkstoffe am ergiebigsten. Die Teile werden frisch weiterverarbeitet (frisches Laub zu Öl) oder getrocknet. Aus der Pflanze können Aufgüsse, Flüssigkeitsextrakte, Tinkturen und Salben hergestellt werden.

Frische Blätter sind beliebt als Beigabe zu Sommergetränken, Likören und Obstsalaten. Für Marmeladen und in Milchpuddings, für Salatdressings, Suppen, Soßen, Wild- und Fischgerichte, Pilze und Weichkäse kommen sie ebenso zum Einsatz. Das feine Zitronenaroma verflüchtigt sich jedoch sehr schnell, darum sollten die Blätter erst den fertigen Speisen zugegeben werden. Selbst getrocknet hält sich das Aroma nur begrenzt, auch wenn die Melisse in einem luftdicht verschlossenen Glas aufbewahrt wird.

Bei nervös bedingten Einschlafstörungen wirkt sie ebenso beruhigend wie bei funktionellen Magen-Darm-Beschwerden. Öle, Harze und ihr starker Duft wirken stärkend und belebend für das Herz und das Gehirn. Die Öle sind wirksam gegen Viren und Bakterien. Das kühlende Kraut ist fiebersenkend, verdauungsfordernd und krampflösend. Es entspannt die peripheren Blutgefäße und wirkt hemmend auf die Aktivität der Schilddrüse. Äußerlich angewendet heilt es Herpes, Wunden und Insektenstiche. 1611 wurde von den Karmelitern der Melissengeist, ein bewährtes Hausmittel gegen Schmerzen aller Art, Müdigkeit und manche andere Gebrechen, entwickelt.