Internet

Weltweit größtes Computernetzwerk, das aus mehreren Millionen fest angeschlossenen Rechnern (Knotenrechner) in etwa 30'000 Computernetzen besteht. Rund 200 Millionen Anwender haben derzeit die Möglichkeit, per Personalcomputer, Modem und entsprechender Software im Internet Online-Dienste zu nutzen, in Datenbanken zu recherchieren oder Nachrichten zu empfangen und zu verschicken. Der Zugang zum Internet wird von verschiedenen Service-Providern (Dienst-Anbieter) gegen eine monatliche Grundgebühr (plus Gebühren je nach Datenvolumen) angeboten. Darüber hinaus bestehen in Online-Diensten, wie z.B. America Online, CompuServe und T-Online, Übergänge zum Internet. Das Dienst-Angebot im Internet umfaßt u.a. elektronische Post (eMail), Dateitransfer, Diskussionsforen zu unterschiedlichsten Themenbereichen, elektronische Zeitschriften und Datenbankabfragen.

Aufgrund der hohen Nutzung von Angeboten im Internet, die u.a. die Datenübertragung verlangsamte, entstand 1996 die Internet-2-Initiative. Fast 200 US-amerikanische Unternehmen, Forschungs- und Bildungseinrichtungen beteiligten sich daran. In Deutschland wurde Mitte 2000 das Gigabit-Wissenschaftsnetz (G-WiN) als erster Teil des Internet 2 in Betrieb genommen. Mittels optischer Informationsübertragung (Wellenlängen-Multiplex-Verfahren) durch Glasfaserkabel ermöglicht es, eine mehr als hundertfach höhere Transportkapazität als herkömmliche Internetverbindungen.

Geschichte

Das Internet ist das größte Computernetz der Welt. Genauer gesagt besteht es aus vielen selbstständigen Computernetzen, die miteinander verbunden sind, rund um den Erdball. Dieses komplexe Rechnergeflecht entwickelte sich als Antwort auf ein Problem des kalten Krieges. Wie konnten die US-Regierungsstellen nach einem Atomschlag sicher und effektiv miteinander kommunizieren?

Gefordert war ein Befehls- und Kontrollnetzwerk, das Städte und Militärbasen miteinander verband. Aber, Kabel und Schaltstellen waren gegen einen Angriff mit Nuklearwaffen nicht zu schützen, und eine zentrale Kontrollstelle wäre das erste Angriffsziel gewesen. Die Lösung für dieses Problem war ein Netzwerk ohne zentrale Steuerung, Computer bildeten die Netzknoten. Es war so angelegt, daß die einzelnen Teile unabhängig voneinander agieren konnten. Der Nachrichtenaustausch zwischen den einzelnen Netzknoten sollte durch Datenpakete erfolgen, die ihre eigenen Wege durch das Netz gingen. Wäre ein Leitungsweg zerstört, würde ein anderer eingeschlagen. Das wesentliche Prinzip läßt sich folgendermaßen darstellen: Die Daten werden in viele kleine, numerierte Pakete mit Absender und Adresse zerlegt und von Knotenpunkt zu Knotenpunkt gesendet. Dabei lesen die Rechner an den Knoten des Netzes die Adresse und leiten das Paket in Richtung Empfänger weiter. Die Wege, die gewählt werden, können verschieden sein und werden der jeweiligen Situation angepaßt, z.B. wenn ein Knotenrechner ausfällt oder eine Verbindungsstrecke überlastet ist. Der Computer des Empfängers setzt die Information nach der Numerierung der Päckchen wieder zusammen und fordert fehlende oder fehlerhafte Pakete noch einmal vom Absender an.

Von einer Abteilung des US-Verteidigungsministeriums, der ARPA (Advanced Research Project Agency), wurde das erste Netzwerk in der Praxis entwickelt und betreut. 1969 wurden die ersten vier Netzknoten in Universitäten und Forschungseinrichtungen installiert; Daten wurden über Telefonleitungen ausgetauscht und jeder Knotenrechner konnte jeden anderen durch sogenannte Remote-Control (Fernsteuerung) steuern. Diese Keimzelle des Internet wurde vom Pentagon ARPANET getauft. Das ARPANET bot nun Forschern und Technikern die Möglichkeit, auch über große Entfernung die angeschlossenen Knotenrechner zu nutzen (Remote-Computing). Zunächst durften nur Militärs und Forscher im militärischen Bereich diese, zumindest nach damaligen Verhältnissen, superschnellen High-Tech-Computer-Anlagen nutzen. Bald wurde diese Beschränkung jedoch aufgehoben, und die Zahl der Knoten erhöhte sich. Es wurde schnell klar, daß das Hauptinteresse der Netzbenutzer nicht dem Remote-Computing galt, sondern dem elektronischen Austausch vom Nachrichten, der sog. eMail. Die einzelnen Benutzer hatten ihre eigenen eMail-Adressen, konnten also von Person zu Person kommunizieren. Forscher konnten Informationen über ihre Arbeiten austauschen und bequem in Projekten zusammenarbeiten.

Die dezentralisierte Struktur des ARPANET erleichterte die weitere Ausdehnung des Netzes. Die Expansion wurde außerdem dadurch begünstigt, daß die verschiedensten Computersysteme zusammenarbeiten konnten, sofern sie sich nur an gewisse Regeln (sogenannte Protokolle) beim Austausch ihrer Datenpakete hielten. Anfang der achtziger Jahre spaltete sich der militärische Teil, das MILNET, vom ARPANET ab. Eine Verbindung blieb aber bestehen, das DARPA-Internet. Später wurde es kurz Internet genannt. Andere öffentliche Netzwerke, Firmen- und Universitätsnetze kamen hinzu und wurden über spezielle Verbindungen an das Internet angekoppelt. Schließlich ging 1986 das ARPANET in das NSFNET (National Science Foundation Network) über. Das NSFNET verband innerhalb der USA alle angeschlossenen Netze durch fünf leistungsstarke Rechenzentren. Weitere US-Behörden und staatliche Einrichtungen wie die NASA schlossen sich an.

Das Internet weitete sich weltweit aus, und seine TCP/IP-Protokolle sind heute globaler Standard. Außerdem haben immer mehr Privatpersonen einen Internetzugang. Denn der Reiz des Internet liegt zum einen in seiner freiheitlichen, anarchischen Struktur. Es gibt keine Internetzentrale, keine Aktionäre, keine Vorsitzenden und keine Zensur. Zum anderen wurden die Möglichkeiten und Dienstleistungen des Internet immer benutzerfreundlicher und für den Normalbürger interessanter.

Private Nutzung

Der Zugang zum Internet erfolgt für Privatpersonen normalerweise über einen Internet-Provider oder einen Online-Dienst. Diese werden in der Regel über das Telefonnetz angewählt, wobei der Computer des Nutzers durch ein Modem, eine ISDN-Karte oder vergleichbare Hardware angekoppelt wird. Die einzelnen Dienste des Internet können dann mit entsprechender Software genutzt werden.

Ein beliebter Dienst des Internet, die elektronische Post oder eMail, ist schon angesprochen worden. Sie ist ungleich schneller als die konventionelle Post, die von Internetbenutzern manchmal sMail, abgeleitet von Snail-Mail (Schneckenpost), genannt wird. Eine eMail-Nachricht kann innerhalb kurzer Zeit den Empfänger weltweit erreichen. Genauer gesagt landet sie in einem speziellen Service-Computer, dem Mail-Server, der die eMails seines Netzes verwaltet. Dort kann ein Benutzer per Computer nachsehen, ob Post für ihn eingegangen ist und sie abrufen. Per eMail können nicht nur Texte übertragen werden, sondern auch digitalisierte Bilder, Grafiken und Software.

Die eMail-Adresse eines Internetbenutzers ist nach folgendem Schema aufgebaut (es werden nur Kleinbuchstaben verwendet): login-name@computer-name.domänen-name. Um so eine Adresse zu verstehen, muß man wissen, daß die Knotenrechner der Internet-Teilnetze hierarchisch in sogenannte Domänen gruppiert werden. Der Adreßteil "domänen-name" könnte z.B. hrz.uni-bielefeld.de lauten. Er würde dann eine Gruppe von Computern im Hochschulrechenzentrum (hrz) der Universität Bielefeld in Deutschland (de) bezeichnen. Jeder Staat hat seine eigene Länderkennung. Die der USA wird aber kaum benutzt, statt dessen werden US-Domänen nach zugehörigen Organisationen bezeichnet, z.B. mil für militärische, edu für universitäre und com für kommerzielle. Der Adreßteil "computer-name" bezeichnet den eigentlichen Mail-Server und wird durch ein @-Zeichen, (gesprochen "ät") vom Adreßteil "login-name" des Benutzers getrennt. Das ist die Kennung, unter der ein Internetnutzer den Zugang erhält, z.B. kann sie einfach aus seinem Namen bestehen.

Eine Newsgroup dient dem Gedankenaustausch innerhalb einer Interessengruppe über ein spezielles Thema. Sie ist eine Möglichkeit, schnell Antwort auf eine Frage zu bekommen. Jeder Newsgroup ist ein spezieller Themenkreis zugeordnet. Mit Hilfe eines Newsreader-Programms kann man sich in schriftlicher Form, ähnlich der eMail, an Diskussionen beteiligen. Die Beiträge sind allen Newsgroup-Nutzern zugänglich. Die Themenpalette ist nahezu allumfassend. Beispiele wären Computertechnik, Tratsch oder soziale Themen.

Das WWW (World Wide Web)

In den 90er Jahren begann die kommerzielle Nutzung des bis dahin rein akademischen Netzes. Viele Firmen benutzen das Internet zur Verbreitung von Kundeninformation und Software oder als Feedback-Instrument. Elektronische Dienstleister, Online-Shops, Versicherungen und Banken drängen ins Internet.

Mit Ausbau des Business-to-Business Geschäfts "B2B", entdeckten auch die Marktführer der traditionellen "Old Economy" das Netz, um über virtuelle Marktplätze und Plattformen ihre Waren zu verkaufen und zu ordern und damit konkurrenzfähig zu bleiben.

Mit der wirtschaftlichen Nutzung entstand auch das Problem der Datensicherheit und Computerkriminalität. Ausgefeilte Verschlüsselungssysteme sollen die Privatsphäre und das Geld des Benutzers vor unberechtigtem Zugriff schützen.

Ein Eckpfeiler der Kommerzialisierung des Internet ist das World Wide Web, das ursprünglich der Kommunikation im wissenschaftlichen Bereich diente. Mit der Einführung des World Wide Web, auch WWW oder W3 genannt, konnte das Internet auch in der breiten Masse an Beliebtheit gewinnen. Denn das Internet stellt eine reichhaltige Schatzkammer für kostenlose Software, Informationsdateien, Forschungsdaten, Grafiken, Bilder, Sounddateien, Datenbanken, Archive und vieles andere dar. Über das Web sind diese Ressourcen bequem zu erschließen.

Das WWW basiert auf Hypertext und nutzt ausgiebig die Möglichkeiten grafischer Benutzeroberflächen moderner Computersysteme. Hypertext bedeutet, daß der Text implizite Verweise auf andere Quellen, Personen usw. enthält. Auf dem eigenen Monitor werden die Hypertextdokumente (Web-Seiten) als eine Art Textseite mit Grafikelementen und Objekten, wie man sie von grafischen Benutzeroberflächen her kennt, dargestellt. Bestimmte Wörter, Sätze oder Grafiken werden hervorgehoben dargestellt. Wenn man so ein Objekt mit der Maus anwählt, wird die zugehörige Information vom entsprechenden Service-Rechner (Server) des Internet in den Rechner des Nutzers geladen und dargestellt. Bei der Information kann es sich z.B. um Text, Grafik, Musik- oder Videoaufzeichnungen handeln.

Zur Darstellung der WWW-Informationen auf seinem Rechner braucht man spezielle Software in Form eines Web-Browsers. Die einzelnen Informationsquellen, d.h. die Rechneranlagen, auf denen die Informationen lokalisiert sind, können sich weltweit an unterschiedlichen Standorten befinden. In den eigenen Rechner geladene Dokumente können auch selbst wieder Hypertextverweise enthalten, so daß man sich das WWW als ein um den Globus gewobenes Informationsnetz vorstellen kann. Das WWW kann darüber hinaus auch interaktiv genutzt werden. Wenn man z.B. im WWW den Server eines Versandhauses anwählt, kann man sich dort über Produkte informieren und am Computerbildschirm ein Bestellformular ausfüllen. Die eingegebenen Daten werden dann an den Server zurückgeschickt. Ebenso ist auch die Suche nach einem Telefonteilnehmer oder die Buchung einer Reise möglich, wenn man nur die WWW-Adresse eines entsprechenden Servers kennt. Um die Orientierung im Web zu erleichtern, gibt es Suchmaschinen oder Web-Crawler, die das WWW durchstöbern und eine Datenbank über gefundene Web-Seiten anlegen. In diesen Datenbanken kann man über das Web nach Stichwörtern zu einem bestimmten Thema suchen lassen. Als Resultat bekommt man entsprechende Verweise auf Web-Seiten.

Die Entwicklung des WWW geht ständig weiter. So wird die Interaktion mit dem Nutzer immer dynamischer und virtuelle Realitäten entstehen.

Internet-Glossar

@
Sonderzeichen, das über die Tastatur eingegeben werden kann. Das "commercial a" beziehungsweise "at" - auch "Klammeraffe" genannt - erlangte durch seine Verwendung als Trennzeichen in einer eMail-Adresse weltweiten Ruhm. Beispiel: Bgates@microsoft.com

Account
Englische Bezeichnung für ein Konto; wird auch für in einem Netzwerk angelegte Benutzerkonten gebraucht. Solch ein Konto dient z.B. zur Abrechnung der Online-Nutzung. Der Begriff "Account" findet ebenso im Sinne von "Zugangsberechtigung" Verwendung.

Adresse
Entweder der eindeutige Name einer Seite im World Wide Web (WWW) oder eine eMail-Anschrift.

ARPA-Net
Das ARPA-Net diente in den 1970er Jahren einer US-Behörde namens "Advanced Research Projects Agency" zum Datenaustausch. Heute gilt das ARPA-Net als Großvater des modernen Internet.

ASCII
Abkürzung für "American Standard Code for Information Interchange". Grundlegendes Datenformat, durch das der Austausch von Textzeichen zwischen verschiedenen Betriebssystemen ermöglicht wird. Ein Standard-ASCII-Text enthält keinerlei Formatierungen (fett, kursiv etc.) oder Sonderzeichen (Umlaute o.ä.).

Attachment
Englisch für "Anhängsel"; Bezeichnung für eine Datei, die an eine eMail angehängt wird. Mittlerweile können viele Elemente per eMail verschickt werden, die auch im Internet Verwendung finden (z.B. Töne, Bilder, kleine Filmclips).

Backbone
Weltumspannende Hochgeschwindigkeitsleitungen innerhalb des Internet, die die einzelnen Teilnetze miteinander verbinden.

Baud
Allgemein gebräuchliche Maßeinheit für die Geschwindigkeit der Datenübertragung. 1 Baud = 1 Bit/Sekunde. Benannt ist diese Maßeinheit nach dem französischen Ingenieur Jean Maurice Émile Baudot.

Bitnik
In den USA nennt man "bit-süchtige" Dauerbesucher der öffentlichen Internetcafés Bitniks.

Bookmark
Englische Bezeichnung für "Lesezeichen". Durch Bookmarks wird es möglich, einmal besuchte Seiten beziehungsweise Dateien im Internet wiederzufinden. Diese Speicherung von WWW-Adressen ist mit allen aktuellen Browsern möglich.

BPS
Maß der Datenübertragungsgeschwindigkeit eines Modems; Bits pro Sekunde.

Browser
Software, die die Navigation im World Wide Web (WWW) ermöglicht. Zum einen verwandelt der Browser den so genannten HTML-Code ("Programmiersprache" des Internet) in Homepages. Zum anderen wandelt er Mausklicks auf entsprechende Links in die passende Aktion um, beispielsweise wird man auf eine andere Seite im Internet weitergeleitet, Musik wird abgespielt usw. Die wichtigsten Browser (to browse = blättern, stöbern) sind der Netscape-Navigator und der Microsoft Internet Explorer.

Cache
Schneller Zwischenspeicher, der Daten aus dem Arbeitsspeicher oder von der Festplatte aufnimmt und bei Bedarf wieder zur Verfügung stellt. Dadurch wird die Arbeitsgeschwindigkeit des gesamten Systems erhöht. Werden im Cache festgehaltene Daten erneut angefragt, müssen sie nicht mehr aus dem langsamen Arbeitsspeicher (RAM) oder von Festplatte, CD-ROM oder dem Internet geholt werden. So werden beispielsweise die Bilder der zuletzt aufgesuchten Seiten im World Wide Web (WWW) hier abgelegt, um bei einem erneuten Besuch möglichst schnell von der Platte geladen werden zu können.

Chat
Begriff für eine Unterhaltung in einem Online-Dienst oder im Internet.

Client
Ein Client (Kunde) nimmt Dienste in Anspruch oder fragt Daten und Programme ab, während ein Server (Bediener) eben diese Dienste etc. zur Verfügung stellt.

Cookies
Kleine Informationsdateien, die von einer Homepage an den eigenen Web-Browser geschickt und von diesem auf der Festplatte des Anwenders gespeichert werden. Diese Informationen werden dann vom Browser bei einem erneuten Aufruf dieser Homepage zurückgeschickt. Auf diesem Wege können beispielsweise auf einigen Internetseiten eigene, individuelle Elemente erzeugt werden, die sofort erscheinen, sobald man diese Seite anwählt.

Cyberdocs
Ärzte, die ihre Sprechstunde in einer virtuellen Internet-Praxis abhalten.

Cyberspace
Von William Gibson in seinem 1984 erschienenen Roman "Neuromancer" geprägter Begriff. Heute bezeichnet man damit den digitalen Kommunikations- und Datenraum des Internet.

DAU
"Dümmster anzunehmender User"

Domain
Logischer Zusammenschluß einiger Rechner. Teil der Internetadresse, z.B.: www.bertelsmann.de - "bertelsmann" = Sub-Domain, "de" = Top-Level-Domain. Die Top-Level-Domain kann eine Länderkennung enthalten (so steht "de" für Deutschland) oder Aufschluß darüber geben, welchem Bereich ein amerikanischer Server angehört, von wem er genutzt wird ("com" etwa steht für kommerzielle Unternehmen, "edu" für Universitäten).

Download
Wörtlich: "herunterladen". Aus dem Internet können unzählige Programme kostenlos auf die Festplatte des Computers geladen werden. Viele Firmen nutzen diese Möglichkeit auch, um Anwendern beispielsweise neue Treiber für ihre Hardware oder Ausbesserungen für ihre Programme zur Verfügung zu stellen.

eMail
Elektronischer Postversand. Das Senden und Empfangen von eMails ist eine der am häufigsten genutzten Anwendungen im Internet. Neben Text können auch multimediale Elemente blitzschnell und weltweit versendet werden (siehe Attachment).

Electronic Banking
Englische Bezeichnung für Bankgeschäfte, Überweisungen und andere Aufträge, die mit Hilfe eines PCs übermittelt werden.

Emoticon
Wortschöpfung aus "Emotion" und "Icon". Zeichen in eMails, die Empfindungen ausdrücken sollen. Ein ;-) bedeutet zum Beispiel, daß der vorangegangene Satz ironisch gemeint war. Mit etwas Phantasie erkennt man ein auf der Seite liegendes zwinkerndes Gesicht.

Explorer
Das zentrale Bedienelement zur Verwaltung und Handhabung von Dateien und Laufwerken. Der Internet Explorer ist eine Spezialversion davon und wurde für die Bedienung des World Wide Webs konzipiert (siehe Browser).

Extranet
Netzwerk, das die Internet-Technologie nutzt, um etwa die Kommunikation zwischen verschiedenen Unternehmensstandorten zu ermöglichen. Nicht zu verwechseln mit dem Intranet, welches zur internen Kommunikation in Firmen dient.

eZine
Ob eMail, eBusiness oder eCommerce: Alles, was aus der Internet-Welt stammt, beginnt mit "E" wie "electronic". Das Kunstwort "eZine" steht als Kürzel für elektronische Magazine, die ausschließlich online produziert werden.

FAQ
Abkürzung für "Frequently Asked Questions" (englisch: "häufig gestellte Fragen"). Viele Homepages und Newsgroups ("Pinwände" des Internet) bieten diese "Frage-und-Antwort-Listen" an, um häufig gestellte Fragen zu einem bestimmten Thema abzuhandeln. Bevor man sich mit einem Anliegen beispielsweise an eine Diskussionsgruppe im Internet wendet, ist es ratsam, zuerst einmal nachzuschauen, ob nicht ein entsprechendes FAQ existiert, in dem diese Frage längst beantwortet wurde.

Firewall
Eine Firewall (Feuerwand, Brandmauer) schützt lokale Firmennetze vor unbefugten Eindringlingen aus dem Internet.

Frame
Englisch für "Rahmen". Frames ermöglichen es, das Browser-Fenster in mehrere Teilfenster aufzuteilen und deren Inhalte ganz unabhängig voneinander zu gestalten und zu steuern. So ist es zum Beispiel möglich, ein feststehendes Menü in einem Fenster und veränderbare Texte, Bilder und Animationen in einem anderen Fenster darzustellen.

Freeware
Software, die kostenlos kopiert und weitergegeben werden darf. Das Copyright bleibt allerdings beim Autor!

Gopher
Ein Informationssystem im Internet, das weitgehend vom Word Wide Web abgelöst wurde.

Hacker
Bezeichnung für Personen, die sich unerlaubt Zugriff in Computersysteme verschaffen, sie richten dabei mitunter großen Schaden an.

Homebanking
Bezeichnet Bankgeschäfte, die mit dem PC online erledigt werden.

Homepage
Startseite einer WWW-Verbindung im Internet.

HTML
Abkürzung für "Hyper Text Markup Language"; die Sprache des World Wide Web. Sie ermöglicht es, daß ein Dokument unabhängig von der verwendeten Soft- und Hardware auf allen Rechnern ungefähr gleich aussieht.

HTTP
Abkürzung für "Hyper Text Transfer Protocol"; Standardverfahren zur Übertragung von HTML-Seiten im World Wide Web.

Interaktiv
Möglichkeit, in einen vorgegebenen Ablauf live einzugreifen.

Internet
Abkürzung für "international network"; weltweiter Rechnerverbund mit vereinheitlichter Datenkommunikation.

IP-Adresse
Adresse eines einzelnen Computers im Internet.

ISDN
Abkürzung für "Integrated Services Digital Network"; digitales Telefonnetz der Telekom.

Java
Computersprache, mit der man Software-Programme schreiben kann. Plattformunabhängige Programmiersprache, d.h. Programme müssen dank Java nicht für jedes Betriebssystem neu entwickelt werden.

Javascript
Mit der Programmiersprache Javascript können weitergehende Funktionen wie Grafikeffekte, animierte Menüs etc. in Web-Seiten eingefügt werden.

JPEG
Abkürzung für "Joint Photographic Expert Group". Grafikformat, das vor allem besonders große oder sehr farbenfrohe Bilder um ein vielfaches komprimiert und so die Übertragungsdauer aus dem Internet senkt.

Link
Im World Wide Web wird mit einem Link ("Verbindung") die Verknüpfung von einem zu einem anderen Web-Dokument ermöglicht. In der Regel sind Links auf HTML-Seiten als unterstrichene Worte zu erkennen. Dank Links kann man von einer Web-Seite zu einer anderen "hüpfen" ("surfen").

Mail bombing
Nicht nur Bomben richten große Schäden an, auch eMails können gefährlich werden, wenn sie massenhaft auf einen Server herunterregnen. Systemausfall durch verstopfte Mailboxen ist die Folge.

Mailbox
Wörtlich: "Briefkasten". Rechner oder Rechnersystem, das Informationen öffentlich bereitstellt und über Online-Verbindungen die Kommunikation ermöglicht.

MorF
Wohl die am häufigsten gestellte Frage in Chats und Newsgroups: Bist Du männlich oder weiblich?, male or female?

Mouse Potato
Couch Potatoes sind bekanntlich faule Stubenhocker, die am liebsten auf dem Sofa herumhängen, Chips knabbern, Schokolade nagen und dabei fernsehen. Mouse Potatoes gehören verhaltensbiologisch in dieselbe Gattung - sie haben nur den Fernseher mit dem Computer vertauscht.

MPEG
Abkürzung für "Moving Pictures Expert Group"; Komprimierungsstandard für Filme oder Töne.

Newsgroups
"Pinwände" des Internet. Diese öffentlichen Diskussions- und Informationsforen bestehen aus unzähligen, nach Themen geordneten Bereichen. Jeder Teilnehmer kann diese Beiträge lesen und eigene hinzufügen. Es existieren auch zahlreiche deutsche Newsgroups, in denen man beispielsweise Kleinanzeigen aufgeben kann.

Plug-Ins
Erweiterungsprogramme, die meist kostenlos aus dem Internet bezogen werden können und den Funktionsumfang des Browsers erweitern.

Provider
Unternehmen, das Zugang zum Internet ermöglicht.

Proxy-Server
Proxy-Server sind wie der Cache-Speicher dazu da, die Surfgeschwindigkeit zu erhöhen. Dazu werden bereits besuchte Seiten auf den eigenen Festplatten zwischengespeichert. Wird eine Web-Seite angesteuert, prüft der Proxy-Server zunächst, ob diese bereits auf einer seiner Festplatten vorliegt. Sollte dies der Fall sein, wird die Seite von der Festplatte geladen und der Daten-Highway somit entlastet.

Search Engine
Englisch für "Suchmaschine"; Datenbanken, die Informationen über Dokumente im World Wide Web (WWW) enthalten. Sie ersetzen das fehlende Register der globalen Bibliothek und erlauben es den Usern, nach Stichwörtern zu suchen.

Suchmaschinen (Auswahl)
http://www.google.de
http://de.altavista.com
http://www.fireball.de
http://www.lycos.com/
http://www.metager.de/
http://www.yahoo.com/
http://web.de/

Shareware
Programm, das zu Testzwecken kostenlos kopiert werden kann. Wer das Programm allerdings dauerhaft nutzt, muß sich registrieren lassen und den angegebenen Betrag entrichten. Viele Shareware-Programme sind uneingeschränkt nutzbar, der Autor vertraut auf die Ehrlichkeit der Anwender. Andere Programme verfügen nur über einen eingeschränkten Funktionsumfang. Erst nach Entrichten der Gebühr stehen alle Funktionen zur Verfügung. Manche Programme werden auch nach einer gewissen Testdauer unbrauchbar.

TCP/IP
Abkürzung für "Transmission Control Protocol / Internet Protocol"; technische Grundlage zur Übertragung von Daten im Internet. Dieses Protokoll verpackt die Inhalte einer Web-Seite in kleine Pakete und schickt diese auf unterschiedlichsten Wegen zum Empfänger. Hier wiederum sorgt das TCP/IP dafür, daß die Pakete in der richtigen Reihenfolge zusammengesetzt werden.

Update
Englische Bezeichnung für das Aktualisieren von Software.

URL
Abkürzung für "Uniform Resource Locator"; Adresse für eine beliebige Information im Internet. Die URL setzt sich aus dem Server-Namen, gegebenenfalls einigen Verzeichnissen und dem Dokument-Titel zusammen; z.B. www.lexikonverlag.de/Sprachberatung/Woerterverzeichnis.html

UseNet
Unabhängiges Netzwerk von Rechnern zum Austausch von Nachrichten.

User
Englische Bezeichnung für einen Anwender oder Benutzer.

vCard
Virtuelle Visitenkarte, die wie gewohnt Adresse, Telefonnummer etc. enthält; Anhängsel an eine eMail.

VR
Für viele Onliner existieren zwei Welten: Die richtige, das Real Life (RL), und die virtuelle Welt, die Virtual Reality (VR).

VRML
Abkürzung für "Virtual Reality Modeling Language"; Programmiersprache zur Darstellung dreidimensionaler Räume im Internet. Mit VRML können virtuelle Landschaften oder 3-D-Spiele entworfen werden.

WAP
Mit dem "Wireless Application Protocol" steht ein Standard für die Übertragung von Internet-Inhalten auf Mobiltelefone zur Verfügung. Für die Nutzung der WAP-Angebote sind speziell ausgerüstete Mobilfunktelefone erforderlich. Das Übersetzungsprogramm WinWAP zeigt WAP-Seiten für Mobiltelefone auf dem PC.

WWW
Das World Wide Web, der berühmteste Teil des Internet, sorgt seit Anfang der 1990er Jahre mit seiner kunterbunten Oberfläche für den Internet-Boom. Hier wird "gesurft": Man schlendert von einer Seite zur nächsten - immer auf der Suche nach Informationen, Bildern, Videos etc.

Der Weg ins Internet

Die Internet-Gemeinde ist inzwischen riesig, und zahlreich sind auch die Zugangsmöglichkeiten - in Schule, Universität oder Internetcafé, am Arbeitsplatz oder privat, über das Festnetz oder mobil per PDA und Mobiltelefon.

Leichter Einstieg
Für viele Surfer ist der Weg ins Web sehr kurz, sie brauchen dazu nicht mehr ihre Wohnung zu verlassen. Ein privater Internet-Zugang ist längst nichts Besonderes mehr - darauf haben sich auch Hersteller von Hard- und Software eingestellt. PC-Komplettsysteme warten standardmäßig mit eingebauten Modems auf, sonst können interne oder externe Modems leicht und kostengünstig nachgerüstet werden. Dasselbe gilt für ISDN-Karten, falls Sie über einen entsprechenden Telefonanschluß verfügen. Darüber hinaus zeigt jede Dokumentation zu gängigen Betriebssystemen wie Windows, MacOS oder Linux den Weg ins WWW.
Wer keinen Windows Zugangs-Assistenten verwendet und dadurch automatisch mit Microsoft verbunden wird, sollte für den Einstieg Einwahlnummer und Zugangsdaten eines "Call by Call"-Anbieters bereithalten. Die entstehenden Kosten werden von solchen Anbietern über die Telefonrechnung geltend gemacht, deshalb sollte die Einwahl vom eigenen Anschluß aus erfolgen. Per "Call by Call" ist ein schneller, unkomplizierter Weg ins Web möglich, um sich dort zu orientieren und ggf. für einen bestimmten Provider zu entscheiden.
Welches Tarifsystem - vom "Wenig-Surfer-Angebot" bis hin zur DSL-Flatrate in Frage kommt, hängt von den individuellen Surfgewohnheiten ab. Einen Überblick über aktuelle Tarife bieten zahlreiche Plattformen - wie z.B. www.xdial.de. Bei DSL-Angeboten sollte zudem überprüft werden, inwieweit Hardware wie das DSL-Modem selbst gekauft werden muß oder vom Provider gestellt wird. Um die Kosten beim Vielsurfen oder bei häufigen Downloads zu reduzieren, werden auch so genannte Least-Cost-Router benutzt, die jeweils die günstigsten Tarife ermitteln. Eine solche Software gibt es sowohl für Telefon- als auch für Providergebühren und empfiehlt im Fall von "Call-by-Call".

Mobiles Surfen
Surfen über das Festnetz, egal ob per Modem, ISDN oder DSL, ist vielen längst nicht mehr genug. Sie wollen das Internet auch "mitnehmen" können. Webtaugliche Mobiltelefone verfügen über eine Schnittstelle zu Notebook oder PDA. Die Verbindung zum Provider wird über die Datenübertragungssysteme für Mobilfunknetze GPRS oder HSCSD aufgenommen. Bei Hybriden, d.h. Kreuzungen zwischen Mobiltelefonen und Organizern wie den Smart phones, ist die Mobiltelefonfunktion bereits integriert.
Manche PDAs bieten Schnittstellen für sogenannte GSM-Karten an: Auch solche "Mobiltelefone auf der Karte" ermöglichen eine Verbindung ins Mobilfunknetz. Aber auch wer seinen PC mitschleppt bzw. ihn im Wochenendhäuschen deponiert hat, kann per Datenübertragungskabel oder Infrarotschnittstelle die Verbindung zum Mobiltelefon herstellen und über entsprechende Software ins Internet gelangen. Solche Software wird bei internetfähigen Mobiltelefonen bereits mitgeliefert oder kann nachbestellt werden.
Einziges Problem beim mobilen Internetzugang: Die Kosten für "echtes Surfen" sind hoch und das textlastige "WAP-Surfen" direkt übers Mobiltelefon ist für viele nur ein ungenügender Ersatz. Entsprechend beliebt ist Surfen über das WLAN (Wireless LAN), wenn der Zugang kostenlos möglich ist, weil ein Flatrate-Nutzer ihn entsprechend konfiguriert hat und sich so im näheren Umkreis Gäste kostenlos einloggen können. Bei kommerziellen WLAN-Anbietern, z.B. in manchen Hotels, wird der User natürlich für den Gastzugang zur Kasse gebeten.

Unterwegs ins WWW
Auch wenn das Surfen für viele längst zum Alltag gehört, wissen die meisten Nutzer nicht, was genau passiert, wenn sie sich auf den Weg ins Netz machen. Wie ist ein User z.B. bei wissen.de gelandet? Im Regelfall wird am heimischen PC zuerst ein sogenannter Browser geöffnet, der dann eine selbstgewählte Einstiegsseite (z.B. eine Suchmaschine) oder die Einstiegsplattform des Providers anzeigt.
Am Anfang des Weges zur gewünschten Website steht die URL (Uniform Resource Locator), die aus verschiedenen Teilen besteht, in diesem Fall "http://www.wissen.de". Dabei wird mit "http://" das Protokoll (hier: Hypertext Transfer Protokoll) angegeben, das für die Übertragung von HTML-Seiten zuständig ist. "www" steht für eine Subdomain, "wissen" ist die eigentliche Domain und "de" bezeichnet die Toplevel-Domain. Das Eintippen von "www.wissen.de" genügt deshalb, weil der Browser das "http://" standardmäßig ergänzt.
Der Browser hat nun eine vollständige Adresse, die er ansprechen kann. Diese Adresse wird von rechts nach links aufgelöst, d.h. begonnen wird mit der Topleveldomain "de". Innerhalb der "de"-Topleveldomain sucht der Browser nun nach der Domain "wissen" - und innerhalb der Domain "wissen" nach der sehr häufig verwendeten Subdomain "www". Mit "www" werden in vielen Netzen die über das Internet zugänglichen Server identifiziert.Die Adreßauflösung findet entweder am Einzelrechner oder innerhalb eines lokalen Netzwerks (LAN) durch den Domainname-Server statt. Anhand der URL wird festgestellt, daß es sich nicht um eine lokale Adresse handelt - und somit eine Internetverbindung hergestellt werden muß. Je nach Einstellung wird der User gefragt, ob das passieren soll - oder es geschieht ohne Nachfrage ganz automatisch.

Die Verbindung
Entsprechend wird über das Telefonnetz die Verbindung zum Zugangsknoten des Providers aufgebaut. Dieser Rechner ist sowohl mit dem Telefonnetz als auch mit dem Internet verbunden. Über ihn wird dem heimischen Rechner auch eine freie IP-Adresse zur Identifikation im Internet zugewiesen. Die verschiedenen Provider haben sich eine Reihe von IP-Adressen reservieren lassen, die sie auch bezahlen. Eine eigene IP-Adresse ist verhältnismäßig teuer - und z.B. bei einer Standleitung nötig.
Nachdem nun eine physikalische Verbindung zum Internet besteht, ist der Rechner des Users einer unter vielen im internationalen Netz - und kann senden und empfangen. Er nimmt jetzt die Verbindung zu einem Domainname-Server auf, der die Funktion eines "Telefonbuchs" übernimmt. Dort sind Listen hinterlegt, nach denen der Domainname in eine IP-Adresse, die aus Nummern besteht, "übersetzt" wird. So wird dem User erspart, sich die IP-Adresse zu merken bzw. diese lange Nummer einzutippen.
Mit der Nummer ist der Server im Netz identifiziert. Nachdem jetzt beide IP-Adressen bekannt sind, kann eine Verbindung zwischen ihnen hergestellt werden - und der Browser über das HTTP-Protokoll eine HTML-Seite anfordern. Wird die URL in der o.g. Form, d.h. ohne Angabe eines Dateinamens (Beispiel: index.html) angegeben, sendet der Webserver seine als Standardseite definierte Homepage als HTML-Seite.
In der HTML-Seite sind meist wiederum URLs für eingebettete Bild- und Ton-Dateien enthalten, die dann automatisch vom Browser nachgefordert werden. Aus diesen einzelnen Dateien "bastelt" er die für den User sichtbare Seite nach Formatierungsangaben der HTML-Seite zusammen. Klickt der User auf der Homepage einen Link an, fordert er eine Datei (normalerweise wieder eine HTML-Datei) an, deren Adresse im Link als URL eingebettet ist.

Verschiedene Browser
Mit Sicherheit sind die auch Besucher dieser Website mit unterschiedlichen Browsern unterwegs. Am bekanntesten ist nach wie vor der Internet Explorer von Microsoft, der bei einer Windows-Installation automatisch integriert ist. Dieser Umstand war auch ein Auslöser für Prozesse gegen Microsoft, denn es wurde eine Monopolstellung im Internet befürchtet.
Tatsächlich wurde durch den Internet Explorer der bis dahin am weitesten verbreitete "Netscape Navigator" stark zurückgedrängt. Inzwischen gibt es allerdings eine Vielzahl alternativer Browser für alle gängigen Betriebssysteme. Zu deren wichtigsten Vertretern gehört das Mozilla-Projekt, auf dessen Basis sowohl ein eigener Mozilla-Browser als auch der jeweils neue Netscape entwickelt werden. Ebenfalls plattformübergreifend verfügbar ist der norwegische Exot "Opera".
Grundsätzlich sind alle diese Browser zumindest in einer kostenlosen Version erhältlich und in der Lage, multimediale Inhalte anzuzeigen. Ebenso sind sie alle relativ leicht zu installieren und zu benutzen, so daß die Entscheidung für einen bestimmten Browser eher mit persönlichen Vorlieben im Hinblick auf mögliche Einstellungen zu tun hat.

Die Multimedia-Gesellschaft: Wohin führt die Datenautobahn?

So schlimm wie die bereits von Nietzsche "Entrüstungspessimisten" genannten Warner immer behaupten, wenn es um die antizipierte Informationsgesellschaft, die Datenautobahn und die haltlose, internationale Kommunikation geht, wird es wohl nicht werden...

Globale Vernetzung
Es ist kaum zu erwarten, daß wir in Zukunft alle zu Hause vor dem Computer sitzen, um an unseren Telearbeitsplätzen Daten auszutauschen und unsere Arbeitsergebnisse in einer Videokonferenz mit Kollegen in Australien, Costa Rica und Kapstadt besprechen. So schlimm, daß es keine "zwischenmenschlichen" Kontakte mehr geben wird und wir entweder alle mit Rechnern liiert oder arbeitslos sind, kann es nicht werden.
Denn obwohl man uns weismachen will, daß es erfüllender ist, sich der virtuellen Liebe hinzugeben, wird man uns nicht mit virtuellen Mahlzeiten ernähren und virtuellen Waschungen sauberhalten können. Die Männer von der Stadtreinigung werden dienstags oder mittwochs die Mülltonnen ausleeren, der Bäcker wird uns immer noch persönlich begrüßen, und die Kneipe um die Ecke wird auch durch den "Outer Space-Pub" nicht überflüssig werden. Wer begnügt sich schon gerne mit virtuellem Bier?
Was spätestens im Jahre 1995 einsetzte, scheint mit dem großen amerikanischen Goldrausch vergleichbar zu sein: Allenthalben wurde nur noch vom Internet gesprochen, vom Surfen, von Homepages - und auf nahezu jedem Plakat und jeder Werbeseite ist mittlerweile eine Internet-Adresse zu sehen.

Virtuelle Welten
Es soll Menschen geben, die kommunizieren ausschließlich nur noch über eMails oder in virtuellen Chat rooms (Rede- und Diskussionsforen) mit Unbekannten, die einem schnell vertraut werden. Im Internet, so wird immer wieder behauptet, erzählen Menschen Dinge, die sie nie einem anderen von Angesicht zu Angesicht erzählen würden, schon gar nicht, wenn man diesem oder dieser jemals wieder in die Augen blicken soll.
"Fatal! Das ist der Untergang unserer Kultur!", schreien die einen, während andere mit bis zu suchtähnlichen Erscheinungen vor ihrem Bildschirm sitzen und "chatten" und surfen und warten und suchen und und und...
Das Internet ist ungefähr so alt wie die Generation derjenigen, die den Sprung in die "Informationsgesellschaft" vielleicht gerade noch schaffen kann. Seit 1969 aus einem militärischen Netzwerk in den USA entstanden und 1993 mit der grafischen Hypertext-Oberfläche World Wide Web (WWW) versehen, umfaßt das Internet längst zahllose lokale Netzwerke und Web-Seiten weltweit.
Auch die Zahl der User (Benutzer) steigt von Tag zu Tag an und wird inzwischen auf ungefähr 600 Millionen Menschen geschätzt. Auch in Deutschland wächst die Akzeptanz des Internet, was sich auch in der Absicht zeigt, alle Schulen online zu vernetzen.

Mehr Zugang zum Wissen?
Wer bedenkt, daß der erste "Personalcomputer" Mitte der 80er Jahre auf dem freien Markt käuflich zu erwerben war und sich der vernetzten und rechnerausgestatteten Büro- und Privatwelt von heute gegenübersieht, mag nur zögerlich mit einer Antwort herausrücken, was die neuen Möglichkeiten des Internets betrifft.
Die Wissenschaft, allen voran die "hard sciences" wie Physik, Mathematik und selbstverständlich die Informatik, preisen die Informations- und Forschungsmöglichkeiten, die die weltweite Vernetzung unzähliger Wissenschaftler und Forschungseinrichtungen dem Suchenden und Lernbegierigen bietet.
"Die Daten", so heißt es herausfordernd im Spiegel, "die täglich um den Globus kursieren, übertreffen an Menge das gesamte Wissen, das der Menschheit im 19. Jahrhundert zur Verfügung stand." Das hört sich gut an, übersieht jedoch, daß ein gewaltiger Unterschied zwischen "Daten" und "Wissen" besteht.
Es spielt immer noch eine Rolle, ob die Brüder Grimm ihr Wörterbuch zur deutschen Sprache veröffentlichen und damit Wissen einer ebenso wenig wie heute in Bezug auf umfassende Bildung demokratisierten Gesellschaft zur Verfügung stellen, oder ob sich Schüler X ein neues, auf den Fidschi-Inseln eingespeistes Computerspiel aus dem Internet auf seinen Rechner "downloaded".

Vorteile und Schattenseiten
Doch wohin mag die vielbeschworene Datenautobahn nun führen? Die Vorteile der globalen Vernetzung liegen auf der Hand. Eine Firma in Ungarn, die für eine Firma in Deutschland seitenweise Texte aufbereitet, beendet ihre Arbeit donnerstags um 16 Uhr.
Per Post - auf eine CD-ROM gebrannt - wären die Daten wahrscheinlich eine Woche unterwegs, bevor die Mitarbeiter der deutschen Firma das gesendete Material weiterverarbeiten könnten. Die Firma in Ungarn aber schickt die Daten bereits donnerstags um 16.15 Uhr durchs Netz nach Deutschland; wenig später stehen sie dann dort zur Verfügung. Hier haben wir es mit der häufigsten Nutzung des Internet zu tun: der elektronischen Post, der eMail.
Ein weiteres Beispiel: Ein Universitätsabsolvent möchte seine Magisterarbeit über die Bedeutung und die kulturelle Einbindung des argentinischen Tango schreiben, die heimische Bibliothek stellt aber, auf Grund der Ungewöhnlichkeit der Thematik, kaum oder gar kein Arbeitsmaterial in ihren Regalen zur Verfügung.
Nun beauftragt der Student im Internet eine Suchmaschine, alle Hinweise auf "argentinischen Tango", "Kultur" und "Anthropologie" herauszusuchen und auf dem Bildschirm anzuzeigen.
Was nun passiert, ist wahrscheinlich jedem, der sich einmal auf die Suche nach Informationen gemacht hat, bekannt. Der Student erhält 4'583 Dokumente, auf denen sich die drei Suchbegriffe befinden, allerdings ohne inhaltliche Wertung, ob sie überhaupt für sein Thema zu gebrauchen sind. Auffällig ist, daß bereits der fünfte Eintrag zu einer Adults-Group gehört und sich hier sehr wahrscheinlich "Informationen nur für Erwachsene", sprich pornographische Inhalte, verbergen.
Der Student ist somit auf die - nicht nur für Gegner der internationalen Datennetze - größte Schwachstelle des Internet gestoßen: Jeder, dem es beliebt, kann mit geringem technischen Aufwand Inhalte jedweder Art auf einem der unzähligen Server hinterlegen, egal ob es sich nun um Informationen, Kunst, Pornographie oder neonazistische Propaganda handelt.

Der Ruf nach Zensur
Entsprechend ist nicht nur der Ruf nach weiterer globaler Vernetzung zu vernehmen; auch in Deutschland rufen die einstmals zuständigen Behörden und Erzieher nach nationaler Kontrolle des "global village", nach einer "Zensur" von Inhalten, über deren staats- oder jugendgefährdenden Charakter die Medien-Politiker entscheiden wollen.
Auffällig ist dabei, daß sich die Diskussion um die Kontrolle des Internet allzu häufig an den sogenannten pornographischen Newsgroups orientiert, die es jedem User ermöglichen, sich Bilder und sogar Videosequenzen mit pornographischen Inhalten auf den heimischen Rechner zu laden.Eltern, Pädagogen und Politiker fürchten, daß der Nachwuchs in den Kinderzimmern, der sich mit dem Computer und seinen Möglichkeiten besser auskennt als jede andere Generation vor ihm, diese Bilder eingehender betrachtet als all die Lernprogramme, die im Netz herumschwirren, und somit verderblich beeinflußt wird. Ebenfalls ins Visier sind die Anbieter neonazistischer Propaganda gerückt, die kilobyteweise faschistische, menschenverachtende Hetze betreiben, wie sie im "Dritten Reich" nicht schlimmer hätte sein können. Nicht zuletzt ist das Internet als möglicher Tummelplatz für Terroristen im Gespräch.
Der Ruf nach Zensur ist somit verständlich, und daß Universitäten bestimmten Adressen und Newsgroups den Zugriff verweigern, ist nachzuvollziehen: Die Nutzer von Bildungseinrichtungen sollen sich nicht durch Bildchen ablenken und von Haß und Volksverhetzung infiltrieren lassen.
Wird einem zugestandenermaßen Dreck- und Haßanbieter der Zugang zu einem deutschen Server verwehrt, kann ihn allerdings niemand daran hindern, seine Inhalte, die keine sind, auf einen Großrechner auf den Antillen zu legen. Immerhin sollen entsprechende Filter Eltern ermöglichen, ihren Nachwuchs beim Surfen vor virtuellen Dreckschleudern zu schützen.
Darüber hinaus scheint es mehr als fragwürdig zu sein, einen Kontrollmechanismus auf nationaler Ebene aufzubauen, der mehr Aufwand und Rechenleistung erfordert, als das gesamte Internet für witzige, unterhaltsame und informative Daten verwendet. Es ist auch bisher so gut wie unmöglich gewesen zu verhindern, daß immer wieder illegal Kinderpornographie oder Nazihetze als Drucksachen verbreitet wurden. Ebenso läßt sich kaum vermeiden, daß sich auch Terroristen einer vorhandenen Infrastruktur bedienen können.
Der Protest der sogenannten Internet-Gemeinde gegen jedwede Art der Zensur ist verständlich. Die "Gemeinde" lebt lieber mit einem überwältigenden anarchistischen Angebot, bevor sie es zuläßt, daß unter dem Stichwort "Medienkompetenz" Zensur betrieben wird. Es soll jedem freistehen, seine persönliche Botschaft in die Welt zu flüstern - und wer sollte entscheiden, was davon wertvoll, was überflüssig oder gar gefährdend ist?

Goldrausch und Kater
Die Chancen sowie die Probleme der "Datenautobahn" sind letztendlich unabschätzbar. Immer wieder melden sich in der Presse diejenigen zu Wort, die in der Informationsgesellschaft den Untergang der Kultur befürchten. Die Diskussion, die in den 60er Jahren zum Siegeszug des Fernsehens geführt wurde, wiederholt sich. Die Wirtschaft fiel nach euphorischer Goldgräber- in die totale Katerstimmung, aber das Netz wächst weiter. Bis zu einer wirklich realistischen Einschätzung, wie und in welchem Umfang im Internet längerfristig Geld verdient werden kann, ist es noch ein weiter Weg.
Die Chancen des "Goldrauschs" am Ende des zwanzigsten Jahrhunderts lagen im globalen Ausbau einer neuen Infrastruktur. Eine überwältigende Möglichkeit eröffnet sich immer mehr Usern, sich mit Menschen zu unterhalten, die man ansonsten sein Lebtag nicht getroffen hätte, oder jede Bibliothek der Welt zu besuchen, ohne sich vom Arbeitsplatz erheben zu müssen.
Dies ist allerdings mit dem Problem verbunden, daß man einfach Zeit dazu braucht, die erschlagende Menge an Informationen und Daten, die man aus dem Netz abrufen kann, auch auszuwerten und sinnvoll zu verwenden.
Ein Leitsatz der viel beschworenen Informationsgesellschaft könnte so auch lauten: Das Problem ist nicht mehr das Nichtvorhandensein von Information, sondern ihre Nichtauffindbarkeit.

Verloren in den Weiten des WWW?
Das wird dann auch das Manko der Mitzieher des großen "Hype" bleiben. Die immer zahlreicher werdenden Homepages privater "Anbieter", Computerfreaks und einsamer Seelen, die sich davon versprechen, in der Wüste Internet eine Spur zu hinterlassen, verschwinden in den unendlichen Weiten des Netzes.
Wen interessiert es, beim Nachbarn X auf die Homepage zu schauen, sich X'ens Hund oder Katze, sein Wohnzimmer und seine Kaffeemaschine zu betrachten, wenn nur einen Mausklick weiter die nächste Sensation auf einer privaten Homepage lauert, die nur solange sensationell ist, bis man selber sein Wohnzimmer in den unendlichen Weiten des Netzes für 50 Millionen Besucher öffentlich gemacht hat.
Was das Internet von den (literarischen) Salons der 20er Jahre unterscheidet, ist, daß man seine Besucher erwartet und auf ihr Erscheinen vorbereitet zu sein hat - aber ob sie kommen oder nicht, ist mehr als fraglich.
Eine sehr pathetische Formulierung von Stephan Porombka, dem Mitbegründer der "Arbeitsgruppe für Derealisierung und Digitalisierung" an der FU Berlin lautet denn auch ähnlich: "Homepage, das ist die Flaschenpost an eine verlorene Liebe, aus der Einsamkeit ins Datenmeer hinausgeworfen, mit der Frage 'Ist da jemand?', in der Hoffnung, es könnte entgegen aller Unwahrscheinlichkeit jemand mit Ja! antworten.
Eine Homepage ist deshalb immer so melancholisch wie das unbemannte Shuttle der Amerikaner, in dem für extraterrestrische Lebensformen eine Kassette mit 'I can't get no satisfaction' transportiert wird. Wenn es wirklich jemals jemand hören wird, wird man es auch übersetzen können, und wenn ja, wird man antworten wollen, und wenn man wird antworten wollen, wird nicht jede wirkliche Hilfe zu spät kommen?"
Is there anybody out there?

Flash - Ein Siegeszug im Netz?

Blitz und Donner auf der Homepage - Flash veränderte deutlich die Web-Landschaft und wurde zum Auslöser neuer, alter Grundsatzdiskussionen über Sinn und Zweck des Internets.

Bewegung im Netz
Vor Flash bewegte sich wenig im Internet. Meist kamen animierte GIF-Grafiken zum Einsatz, die durch eine Abfolge von Einzelbildern einen Daumenkino-Effekt erzeugten. Flash ermöglicht nicht nur, neben Texten und Pixelbildern auch Vektoren im Internet darzustellen, sondern auch sogenannte "Flash-Filme" ablaufen zu lassen. Entsprechend gerieten viele Internetseiten plötzlich in Bewegung, wobei den Usern bei den ersten Produktionen begeisterter Flash-Designer manchmal schwummrig werden konnte.
Seit seiner Einführung 1993, damals kam das Programm unter dem Namen Canvas auf den Markt, entwickelte sich Flash vom bloßen Animationstool zu einer multimedialen Komplettlösung, die seit der Version 3 auch Interaktivitäten ermöglicht. Zum Abspielen der Flash-Movies benötigt der Browser zwingend den Flash-Player, der für die Internet-Nutzer kostenlos zugänglich und sehr weit verbreitet ist. Praktisch niemand kann sich Flash-Inhalte nicht anzeigen lassen. Ausufernde Flash-Intros sind allerdings bei vielen Surfern unbeliebt, da sie lange Downloadzeiten nach sich ziehen können. Nicht alle User verfügen über eine schnelle Internet-Verbindung. Aus Web-Präsentationen und eLearning-Lösungen ist Flash für viele nicht mehr wegzudenken.

Wie wird mit Flash gearbeitet?
In den Flash-Movies folgen Grafiken, Texte, Fotos und Sounds einer eigenen Choreographie. Während der Produktion wird das Verhalten aller beteiligten Filmelemente mit Hilfe einer Zeitleiste festgelegt. Überblendungen zwischen Bildern, Farbwechsel und bewegliche Schriftzüge gehören zum Standardrepertoire der Flash-Movies. Macromdias aktueller Flash-Editor unterstützt gängigen Standardformate für Ton-, Bild- und Videodateien. Sie können in Flash importiert, komprimiert, bearbeitet und in die Anwendungen eingebunden werden.
Mittels ActionSkripting, das eng verwandt mit Java-Skript ist und ähnlich funktioniert, läßt sich das Verhalten der einzelnen Elemente festlegen. Beispiel: Was passiert, wenn der User auf ein bestimmtes Element klickt? Ein ActionScript-Editor funktioniert nicht anders als andere Quelltext-Editoren für HTML oder JavaScript. Farbig hervorgehobene Syntax und Codehinweise bei der Eingabe machen das Arbeiten leichter. Bei Flash MX steht auch noch ein Debugger zur Verfügung. Arbeiten Sie mit der visuellen Ansicht eines Flash-Editors, so läuft ActionScript unsichtbar im Hintergrund ab.

Flash für die eigene Homepage
Macromedias Flash-Editor ist inzwischen recht komplex, was sich in Preis und Einarbeitungszeit deutlich bemerkbar macht. Leichter ist der Einstieg für User, die bereits mit dem Web-Editor Dreamweaver desselben Herstellers vertraut sind. Sie werden sich auf der Benutzeroberfläche schneller zurechtfinden können. Wer einen genaueren Blick auf den Flash-Editor werfen will, kann eine aktuelle Test-Version bei Macromedia herunterladen. Nachdem Flash weit verbreitet ist, gibt es Bücher und Kurse, aber auch Online-Tutorials und Hilfe-Foren, die den Einstieg erleichtern.
Ferner gibt es für Heimanwender durchaus preiswertere Alternativen zum Erstellen von Flash-Files. Dazu gehört Shareware wie "CoffeeCup Firestarter", "3 D-Flashanimator" oder "SWiSH". Darüber hinaus werden auch Konvertierungstools für verschiedene Bild-, Film- oder Sound-Formate angeboten. Grundsätzlich läßt sich mit Flash-Editoren auch eine komplette Homepage erstellen. In den meisten Fällen werden die Flash-Movies allerdings in HTML-Seiten eingebunden, wobei der passende "HTML-Schnipsel" von manchen Editoren gleich mitgeliefert wird.

Die Flash-Diskussion
Sogar wer die Flash-Homepage des Herstellers Macromedia besucht, kann mit der Debatte um Sinn und Unsinn von Flash und die Usability von Flash-Seiten konfrontiert werden. Eigentlicher Hintergrund sind Internet-Grundsatzdiskussionen, die sich in der Flash-Kritik nur widerspiegeln.
Das Internet soll nicht in erster Linie Präsentationsfläche sein, sondern Informationen anbieten. Die radikalsten Vertreter dieser Auffassung sind mit Browsern wie Lynx unterwegs, die weder Grafiken anzeigen noch dynamische Inhalte ausführen. Andere Kritiker weisen auf den Umstand hin, daß es sich um ein "proprietäres Format" handelt: Es wird befürchtet, Macromedia könnte - nach einer Verdrängung des offenen HTML-Standards - zu einem Microsoft des Internets werden.
Umgekehrt wird gerade der Umstand, daß Flash-Seiten nicht ihren Quellcode präsentieren, für manche Webdesigner zum Einsatz-Argument. Sie wollen das Herauskopieren ihrer Skripten vermeiden, das bei z.B. JavaSkripten auf HTML-Seiten problemlos funktioniert. Wer sich z.B. mit eLearning beschäftigt, wird gegen Flash-Kritiker einwenden, daß die Bleiwüste nicht das erfolgreichste Mittel der Didaktik darstellt.Im Prinzip handelt es sich bei Flash und HTML um einen Vergleich zwischen Äpfeln und Birnen, denn sie könnten sich gegenseitig nicht ersetzen. Ferner lassen sich mit SVG (Scalable Vector Graphics) bereits sehr ähnliche Ergebnisse wie mit Flash-Movies erzielen.

Sprache im Internet

Kein anderer als der Satan stecke hinter der schwarzen Kunst - so geiferten seinerzeit die Gegner des Buchdrucks und verdammten die technische Neuerung, die die sogenannte Gutenberg-Galaxis einläutete. Ähnliche Hetzkampagnen wiederholten sich, als Telegraphen, Radios und Fernseher eingeführt wurden. Kein Wunder, daß nun das Internet schuld sein soll am Untergang des Abendlandes. Es verderbe die Sitten und nicht zuletzt die Sprache. Tatsächlich gehört Sprachwandel zum Wesen einer lebendigen Sprachgemeinschaft. Deshalb verfolgen Linguisten die aktuellen Entwicklungen mit großem Interesse.

Welche Sprache spricht das Web?
Das Web spricht Englisch. Ganz klar. Schließlich wurde es in den USA erschaffen. Doch je weiter sich das Internet über den Globus verbreitet, desto mehr Sprachen drängen ins Netz: Die weltweit führende Suchmaschine Google zum Beispiel bietet ihre Dienste in 82 Sprachen an. Auch wenn das das Englische noch immer dominiert, so wird im historischen Vergleich der Wandel deutlich. Noch 1997 bestand das World Wide Web zu über 80 % aus Inhalten in englischer Sprache. Inzwischen ist noch mehr als jede zweite Webseite (56,4%) auf Englisch verfaßt. Platz zwei belegt Deutsch mit 7,7%. Danach folgen Inhalte auf Französisch (5,6%), auf Japanisch (4,9%) und Spanisch (3%).

Netspeak, Websprache oder Internet-Kauderwelsch?
Beim Thema "Internet und Sprache" denken deutsche Sprachpuristen sofort an die Bedrohung der deutschen Sprache durch "Überfremdung". Tatsächlich finden durch das Internet immer mehr englische Begriffe Eingang in die Alltagssprache, doch neu ist dies ganz und gar nicht. Das Deutsche wimmelt nur so von Lehnwörtern, also Begriffen, die anderen Sprachen entlehnt sind: Fenster und Mauer beispielsweise haben allesamt lateinische Wurzeln. Technische Innovationen bringen neue Begriffe mit sich - das war schon beim Hausbau so und später auch bei Radio und Fernsehen. Daß nun das Internet auf unsere Art zu kommunizieren Einfluß nimmt, ist deshalb nicht weiter verwunderlich.
Neu ist höchstens, daß das Internet den Sprachwandel gleichsam schriftlich fixiert und man ihn deshalb um so besser nachvollziehen kann. Aufgeschlossene Sprachwissenschaftler verfolgen die aktuelle Entwicklung deshalb mit großem Interesse. Sie wollen herausfinden, wodurch sich die für das Internet spezifische Sprache auszeichnet, welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede es zwischen eMail, Chat, Mailinglisten, Newsgroups, SMS-Botschaften und all den anderen - auch den herkömmlichen - Kanälen gibt, über die man miteinander kommunizieren kann, und ob es tatsächlich berechtigt ist, von einer neuen Sprachform zu sprechen. Je nachdem, ob das Aufkommen dieser neuen Sprache mit Wohlwollen oder Argwohn bedacht wird, stößt man auf Bezeichnungen wie "Websprache", "computer-vermittelte Kommunikation", "Netzsprache" oder "Internet-Kauderwelsch". Im Englischen trifft man auf Begriffe wie "techno-babble", "Netspeak", "Webspeak", "Netlish", "Weblish", "Internet language", "cyberspeak", "electronic discourse", "electronic language", "interactive written discourse" und "computer-mediated communication" (CMC) - um nur ein paar zu nennen.

Schreiben, wie der Schnabel wächst
Das Auffälligste an der Kommunikation per eMail & Co ist die so genannte konzeptionelle Mündlichkeit, soll heißen: der Schreiber tut so, als würde er sprechen. Zu diesem Zweck werden typische Merkmale der mündlichen Kommunikation wie zum Beispiel umgangssprachliche Formulierungen ("Tach" statt "Guten Tag"), Tilgungen ("nich" statt "nicht") und Assimilationen ("gehn" und "ins" statt "gehen" und "in das") schriftlich verwirklicht. Eine mögliche Erklärung für das weit verbreitete Phänomen: Es soll der Eindruck von Nähe entstehen. Eine Nähe, die bei der Kommunikation per eMail oder SMS nicht von Haus aus gegeben ist. Wer glaubt, dieses Phänomen sei erst mit dem Internet in die Welt gekommen, täuscht sich: Bereits 1959 eröffnete Raymond Queneau seinen Roman "Zazie in der Metro" mit der Frage "Fonwostinktsnso".
Ganz so einfach, wie es auf den ersten Blick scheint, gelingt die Unterscheidung von Mündlichkeit einerseits und Schriftlichkeit andererseits allerdings nicht. So finden sich in eMails, SMS-Botschaften und Chat-Beiträgen getippte Elemente, die zwar oralen Ausdrucksmitteln entsprechen, aber nicht ohne weiteres vorgelesen werden können. Wie zum Beispiel soll man diese Chatsequenz wiedergeben:
A: A rose for you, B @---<---<---<---
C: danke vielmals!
D: bittäääääää.............:-)))
C: :-}}}}}}}
E: BYEEEEE F
G: und was bekomm ich A:-(
D: <-------lehnt sich erst mal erschöpft zurück........und.......
D: *falco*
D: lol
A: ach G du auch LOL
C: ahhhhhhhh
A: A rose for you, G @---<---<---<---
G: dankäää...LOL

Zeichenhafte Gefühle
Abgesehen von lautmalerischen Elementen und der Verwendung von Groß- und Kleinschreibung im Sinne von laut und leise sprechen, spielen in der zitierten Sequenz Emoticons, auch Smilies genannt, eine große Rolle. Will man verstehen, was die Zeichenkombination :-( bedeutet, muß man sie sich um 90 Grad im Uhrzeigersinn gedreht vorstellen (oder den Kopf nach links neigen), und schon wird klar: G ist wirklich sehr enttäuscht, denn :-( soll ein Gesicht mit hängenden Mundwinkeln darstellen. Der Grund: A hat B eine Rose - die ebenfalls wie ein Emoticon aufgebaut ist - übereignet, während G leer ausgegangen ist.
Der Begriff Emoticon setzt sich zusammen aus "emotion", dem englischen Wort für Gefühl und dem Begriff "icon", der unter anderem Zeichen bedeutet. Emoticons sind also Zeichenkombinationen, die Gefühle repräsentieren. 1980 von Scott Fahlman erfunden, haben diese Kreationen inzwischen nahezu alle Formen schriftlicher Kommunikation erobert - von der getippten über die handgeschriebene Notiz bis hin zur Sprache der Werbung.
Nach landläufiger Meinung sind Emoticons charakteristisch für eMails & Co, genauere Untersuchungen zeigen jedoch, daß es sehr wohl Unterschiede in der Verwendung gibt. Stark themenorientierte Newsgroups und Mailinglisten beispielsweise verzichten in der Regel auf die expressiven Zeichenkombinationen. Wer dennoch ein :-o verwendet, entlarvt sich als unsensibel oder gar als Newbie (Neuling) und muß mit entsprechenden Reaktionen rechnen. Denn wie im RL (real life = echtes Leben) grenzen sich Interessengemeinschaften im Internet über ihre gruppenspezifischen Verhaltensweisen voneinander ab. Folglich können minimale Unterschiede im Sprachgebrauch darüber entscheiden, ob man dazugehört oder eben nicht.

*knuddel* - *zurueckknuddel* - *dich ganzdollknuddel*
Auffällig in der kleinen Chatsequenz oben ist die Abkürzung lol für englisch "laughing out loud", was soviel bedeutet wie laut lachen. Anders als so mancher Internetguide glauben machen will, sind Abkürzungen wie lol, RTFM (= "read the fucking manual", deutsch: lies das verdammte Handbuch - wenn jemand eine überflüssige Frage stellt) und btw (= "by the way", deutsch: übrigens) im deutschsprachigen Raum nicht allzu verbreitet. Wesentlich häufiger trifft man auf so genannte Inflektive, die zum Ausdruck bringen, was der Schreiber in diesem Moment tut oder tun würde, fände die Kommunikation nicht auf rein schriftlicher Ebene statt: *knuddel* - *zurueckknuddel* - *dich ganzdollknuddel* wäre ein typisches Beispiel für einen solchen Austausch.
Die Bezeichnung Inflektiv - stellenweise ist auch von "freien Verbstämmen" die Rede - bringt zum Ausdruck, daß die verwendeten Verbstämme keine Flektionsendungen tragen. Man schreibt also nicht *(ich) lache*, sondern nur *lach*. Die korrekte Übersetzung für lol wäre demnach *laut lach*. Zusammen mit Markierungen durch *Asteriske* oder <Klammern> sind Inflektive leicht zu unterscheiden von Verben, die im herkömmlichen Sinn gebraucht werden. Verwendet werden sie hauptsächlich im Chat, teilweise aber auch in eMails und Kurznachrichten.
Obwohl der große Lexikograph Johann Christoph Adelung bereits zu Goethes Zeiten die Interjektion "knall" verzeichnet, finden Inflektive erst mit der deutschen Übersetzung von Walt Disneys Comics durch Erika Fuchs im großen Stil Eingang in die deutsche Sprache. Inzwischen wundert sich kaum noch jemand über lautmalerische Wörter wie "peng", "puff", "knuff", "lechz", "ächz" und "bibber".

Zukunftsvisionen
Mittelfristig geht es laut Tim Berners-Lee, dem Vater des Internets, darum, ein semantisches Netz zu schaffen. Bislang nämlich können Suchmaschinen nicht unterscheiden, ob das Stichwort "Cook" ein Personenname (Sir Francis Cook), ein Ortsname (Cook Islands) eine Berufsbezeichnung (Koch) oder ein Verb (kochen) ist. Die Web-Inhalte müssen deshalb nach semantischen Kriterien definiert und aufbereitet werden. Erst dann können Suchmaschinen und andere Agenten komplexe Aufgabenstellungen lösen.
Folgt man David Crystals Zukunftsvisionen, so wird die Grenze zwischen gesprochener und schriftlich fixierter Sprache zusehends verschwimmen. Langfristig werden wir laut Crystal nicht mehr vornehmlich über die Tastatur, sondern über Stimmerkennungsprogramme mit dem Computer kommunizieren. Außerdem wird das Bild eine Ergänzung zu bereits existierenden Kommunikationsformen sein, z.B. in Form von Bild-Telefonen, Videokonferenzen über Mobiltelefone oder Video in Verbindung mit eMail und Chat.
Vergleicht man die Situation heute mit der von Gutenberg, stellt man fest: Während die Einführung des Buchdrucks zu einer Fixierung von sprachlichen Standards führte, stärkt das Internet orale und visuelle Aspekte der Kommunikation. Wenn man bedenkt, daß für die Mehrzahl der Menschen hierzulande Sprache gleichbedeutend mit Schriftsprache ist - das zeigte die Diskussion um die neue Rechtschreibung sehr deutlich -, wird verständlich, warum viele das Internet mit Argwohn betrachten. Wer dagegen Sprache nicht nur als Schrift, sondern als Zeichensystem begreift, kann seinem Spieltrieb freien Lauf lassen und auf diese Weise die Zukunft der Sprache mitgestalten.