Grillen

Das Beste am Sommer? Klar, Grillen mit Freunden Der Grill ist an und schon wird eine Party daraus. Ohne Dress-Code und Cocktailschirmchen, sondern so, wie man gerade ist. Auch wenn viele Leute zusammenkommen, muß beim Grillen die Vorbereitung nicht in Streß ausarten. Denn jeder kann etwas mitbringen: einen Grill, Grillfleisch, kühle Getränke. Und schon kann es losgehen. Salate, Brot und Saucen dürfen bei einer Grillparty auch nicht fehlen. So haben alle Spaß und keiner muß bei schönem Sommerwetter lange in der Küche stehen!





Das Fleisch: der Star auf dem Grill

Grundsätzlich gilt: Jedes Fleisch kann gegrillt werden. Marmorierte Stücke – also das gut durchwachsene Fleisch – sind besonders saftig.

Genießer schwören auf Steaks. Am edelsten sind Filet-, Rib-Eye- und Hüftsteaks vom Rind.

Der Deutschen liebstes Grillfleisch stammt vom Schwein. Nackenkoteletts und die klassischen Koteletts sind die Favoriten. Heißgeliebt werden auch Holzfällersteaks. Von Spareribs schwärmen die Finger-Food-Freunde. Zart und fein sind Schmetterlingssteaks und Schweinefilet-Medaillons.

Das magere Kalbfleisch sollte zum Grillen mit Speck umhüllt oder gut mit Öl eingepinselt werden. Für den großen Grill-Event ist die Kalbshaxe perfekt.

Geflügel bietet tausendundeine Möglichkeit zum Grillen: Chicken-Wings als kleine Knabberei zwischendurch, zarte Hähnchen- oder Putenbrust mit kurzer Garzeit für besonders Eilige und Teilstücke von der Ente für Gourmets, die immer auf der Suche nach etwas Besonderem sind.

Lamm hat noch viel mehr zu bieten als die kleinen, beliebten Lammkoteletts: Aus der Keule werden Steaks geschnitten, und aus dem Filet lassen sich butterzarte Spießchen zubereiten.

In Deutschland gibt es mindestens 50 verschiedene Bratwürste. Neben den Klassikern wie Thüringer oder Nürnberger (bei Kindern ganz besonders beliebt) kommen immer mehr Spezialitäten hinzu, bei denen das Fleisch mit besonderen Kräutern oder anderen Zutaten wie Käse verfeinert wird.

Bitte nicht grillen! Gepökelte Fleisch- und Wurstwaren wie Fleischwurst, Schinkenspeck oder Kasseler gehören nicht auf den Rost.





Grillfleisch liebt Marinaden

Mit Marinaden geben Sie Fleisch eine eigene Note. Generell ist Öl die Basis der Marinade. Rapsöl eignet sich dafür besonders gut, denn es kann hocherhitzt werden. Weil es außerdem keinen starken Eigengeschmack hat, kommen die Aromen von Kräutern und Gewürzen voll zur Geltung. Bei der Zubereitung der Marinade ist Phantasie gefragt: Knoblauch, Zwiebeln und Senf machen die Marinade würzig. Frische Kräuter wie Rosmarin, Thymian oder Pfefferminze runden den Geschmack individuell ab. Ein Spritzer Saures wie Essig oder Zitronensaft oder ein kleiner Schuß Bier geben eine besondere Note. Nur Salz gehört nicht in eine Fleischmarinade, denn es entzieht dem Grillgut Saft.





Das kleine Kräuter-Einmaleins

Diese Kräuter peppen Fleisch und sommerliche Beilagen auf.

Basilikum: würzig, kräftig, leicht bitter, intensiver Duft. Zu Kalb-, Rind-, Lamm- und Hackfleisch-Gerichten. Schnelle Beilage: Tomaten- und Mozzarellascheiben mit Basilikumblättern.

Dill: riecht leicht nach Anis, angenehm süß. Dill ist das Kraut Nr. 1 zu Gurkensalat.

Majoran: schmeckt intensiv, leicht pfeffrig und bitter. Würzt Schweinefleisch und Lamm.

Melisse / Zitronenmelisse: herrlich erfrischend, intensiv nach Zitrone duftend. Für Salate, Kräuterquark und Kräuterbutter.

Minze: frisch und mentholartig. Würzt Lamm- und Hackfleisch.

Petersilie: sehr würzig. Zu Tomaten, Kartoffeln, Quark und für alle Salate.

Rosmarin: sehr herb, leicht bitter. Würzt Rind-, Schweine-, Lammfleisch und Geflügel.

Salbei: je nach Sorte und Alter der Pflanze mild bis streng und bitter. Würzt Kalb-, Schweine-, Lammfleisch, Geflügel, Saltimbocca und Salbeibutter.

Schnittlauch: zwiebelig, scharf, würzig. Paßt gut zu Gurken- und Tomatensalat sowie zu Kräuterquark.

Thymian: sehr intensiv, würzt getrocknet noch stärker. Würzt Fleisch, Geflügel, Grillöl, Würstchen.

Tip: Fleisch bekommt eine besonders würzige Note, wenn die Glut mit Kräutern (z.B. Rosmarin oder Thymian) aromatisiert wird. Die Kräuter dazu vorher in Wasser einweichen, dann verbrennen sie nicht so schnell.





Ein Grill für alle Fälle

Holzkohlegrill:
Einen einfachen Holzkohlegrill gibt es an jeder Tankstelle für 5–10 €. Wer länger Freude an seinem Grill haben will, sollte auf einen verstellbaren Grillrost und eine gute Verarbeitung sowie auf die TÜV-GS-Prüfung nach DIN-EN-1860-1 achten.

Kugelgrill: Ein Kugelgrill ist besonders schick. Darüber hinaus hat er einen echten Vorteil: Das Grillen mit Deckel verkürzt die Garzeit um bis zu ein Drittel. Besonders praktisch bei größeren Geräten: eine Rollvorrichtung.

Gasgrill: Der Gasgrill ist zwar relativ teuer in der Anschaffung, aber wer häufig grillt, wird seine Vorzüge schnell zu schätzen wissen: Mit einem einzigen Knopfdruck ist er innerhalb weniger Minuten einsatzbereit und so einfach zu bedienen wie ein Küchenherd.

Elektrogrill: Gerade wer nur einen kleinen Balkon hat, sollte überlegen, ob er sich nicht einen Elektrogrill zulegt. Da man kein offenes Feuer benutzt, kann auch kein Nachbar etwas dagegen haben. Allerdings leidet darunter ein wenig die Grillromantik.

Picknickgrillen: Praktisch und ohne Werkzeug in kurzer Zeit aufgebaut sind Koffergrillgeräte. Ein weiterer Vorteil: Überschüssiges Fett tropft nicht in die Glut.





Jetzt geht's los

Das Wichtigste vorweg: Hände weg vom Spiritus!
Viele Grillunfälle ereignen sich Jahr für Jahr, weil mit Spiritus, Benzin oder anderen „Brandbeschleunigern“ der Grill angezündet wird. Sicher, schnell und sparsam sind DIN-EN-1860-3-geprüfte Sicherheitszündwürfel oder ein Zündgelkonzentrat. Sie sind außerdem geruchsneutral und hinterlassen keine gesundheitsschädlichen Rückstände.

Holzkohle oder Holzkohlebriketts? Briketts brennen länger als Holzkohle, brauchen aber mehr Vorglühzeit. Für beides gilt: erst losgrillen, wenn sich eine feine, hellgraue Ascheschicht auf den Kohlen gebildet hat. Das dauert ca. 25–30 Minuten. Achten Sie hier ebenfalls auf eine Prüfung nach DIN-EN-1860-2.

Gut belüftet brennt es besser. Gute Glut braucht Luft und Geduld. Öffnen Sie vor dem Entzünden der Kohle alle Belüftungsschlitze. Falls nötig, gibt es praktische Hilfsmittel wie z.B. einen Blasebalg.

Bitte Abstand halten! Damit die Steaks nicht verkokeln, die Frikadellen aber „durch“ sind, ist ein verstellbarer Grillrost ideal. Um den richtigen Abstand zwischen Rost und Glut herauszufinden, hilft die Faustregel: Ist es eine Faustbreit über dem Grillrost so heiß, daß man seine Hand nicht zwei Sekunden darüberhalten kann, den Grillrost eine Stufe höherschieben!

Grillen mit Fingerspitzengefühl: Die Garzeiten von Koteletts, Steaks oder Rippchen hängen von so vielen Faktoren ab, daß Grillprofis sich nur auf ihr Fingerspitzengefühl verlassen: Je länger Fleisch gegart wird, desto fester ist es. Fühlt es sich sehr weich an, ist es innen noch roh. Gibt es auf Druck federnd nach, ist es rosa oder halb durchgegart. Durchgebraten fühlt es sich fest an. Nur Amateure schneiden oder stechen ins Fleisch, um den Garzustand zu prüfen: Dadurch tritt Fleischsaft aus, und das Fleisch wird zäh! Einzige Ausnahme bildet Geflügel: Hier sollte der Grillmeister durch eine Schnittprobe testen, ob es durch und durch gar ist. Tritt beim Anschneiden rötlicher Bratensaft aus, muß die Garzeit verlängert werden. Bräunlicher Bratensaft zeigt, daß das Geflügel serviert werden kann.