Getreidearten

WeizenIst das bedeutendste Brotgetreide. Weizen hat durch seinen hohen Klebergehalt gute Backeigenschaften und liefert helle Mehle. Geeignet für Backwaren, Getreidegerichte, Teigwaren, Nährmittel, zur Weizenkeimöl- und Weißbiererzeugung. Die wertvollsten Bestandteile befinden sich im Keim und den Randschichten.HerkunftWildformen; in Troja nachgewiesen.InhaltsstoffeVitamin B1, B2, B6, die Vitamin A-Vorstufe Karotin, die im Körper zu Vitamin A umgesetzt wird, Kalium, Phosphor, Magnesium und Kieselsäure.BesonderheitGuter Geschmack. Leicht verdaulich. Zusammensetzung der Inhaltsstoffe entlastet und harmonisiert die inneren Sekretionen (Absonderungen). Hervorragende Backeigenschaften durch hohen Klebergehalt.VerwendungVorwiegend für Brot, Brötchen, Feingebäck, Frischkornbrei-Anteil. Weizen wird auf der ganzen Welt angebaut. Weizen sät man in kühleren Klimalagen im Frühjahr (Sommerweizen) und in wärmeren im Herbst (Winterweizen). Je nördlicher das Anbaugebiet liegt, desto mehr Eiweiß enthält der Weizen. Weizen gibt es als Vollkorn, Schrot und Mehl.  
RoggenRoggen ist in Mitteleuropa und Skandinavien sehr beliebt und hat einen höheren Nährwert als Weizen. Da er aber weniger Kleber enthält, wird er beim Backen häufig mit Weizen gemischt.HerkunftKleinasiatischer Bergroggen, anspruchsloser als Weizen, noch anzubauen, wo Weizen nicht gedeiht: z.B. Nordeuropa, Nordamerika, Gebirgslagen. Meist als Winterroggen gesät.InhaltsstoffeVitamine der B-Reihe, Kalium, Phosphor, Fluor, Kieselsäure und Eisen.BesonderheitWürzig und kräftiger Geschmack. Für gute Backergebnisse benötigt das Klebereiweiß des Roggens Säure.BrotherstellungAls Triebmittel ist Sauerteig (natursauer!) erforderlich. Roggenkost steigert die Eisenwerte im Blut erheblich, der hohe Kaliumgehalt stützt die Leber.VerwendungBrot, Brötchen, Getreidegerichte. Ein Roggenanteil sollte beim Frischkornbrei nie fehlen.  
GersteGerste ist ein Spelzgetreide. Gerste war, bevor man aus Roggen und Weizen hefegelockerte Brote zu backen begann, das wichtigste Brotgetreide. Man machte daraus flache Brote.HerkunftHimalajagebiet. Sehr alte Kulturpflanze.InhaltsstoffeFett, Eiweiß, Kohlenhydrate, Kalium, Kalzium, Phosphor und Kieselsäure.BesonderheitWirkt durch den hohen Kieselsäuregehalt vorbeugend bzw. lindernd bei Bindegewebsschwäche, Bandscheibenleiden, Gelenkerkrankungen sowie Krampfadern. Gerstenschleim ist bei Magen- und Darmerkrankungen hilfreich. Gerstengerichte sollten von Kind an regelmäßig auf dem Speiseplan stehen, ein Gerstenanteil sollte in jedem Frischkornbrei vorhanden sein.VerwendungGebäck, Getreidegerichte, Getränke. In Form von Körnern, Mehl, Graupen, Grieß, Malz (Biomalz, Malzkaffee, Bier). Gerste ist klimatisch anspruchslos und wächst in allen Erdteilen. Sie besitzt eine geringe Backfähigkeit. Durch ihre Schleimbildung eignet Gerste sich gut als Krankenkost.  
HaferSpelzgetreide wie Gerste und Dinkel.HerkunftKlein- oder Zentralasien. Früher von den Bewohnern nördlicher Breiten bevorzugte Nahrung. Man hielt Hafer am Anfang für ein nutzloses Unkraut, das andere Getreidearten überwuchert; aber Hafer enthält mehr Eiweiß als jedes andere Getreide.InhaltsstoffePanthothensäure, Eiweiß, Kieselsäure, Kalzium, Phosphor, Magnesium, Mangan, Zink, Eisen, Fluor, Vitamine B1, B2, B6, E und H.BesonderheitHoher Fettgehalt, davon 80 % ungesättigte Fettsäuren. Hafereiweiß: leicht verdaulich. Hafer steigert die körperliche und geistige Leistungskraft. Hafer gilt in der Naturheilkunde als Volksheilmittel (Stichworte: Magen- und Darmverstimmung, Haferdiät bei Diabetes, Gelenke, Bandscheiben, Karies, Rheuma, Ischias). Hafer zählt zu den wertvollsten Lebensmitteln und sollte mehr verzehrt werden.VerwendungFrischkornbrei-Anteil, Suppen, Schleimspeisen, Körnerspeisen.  
MaisWährend man Mais heute auch als Gemüse ißt, verwendete man ihn früher ausschließlich als Körnermais. Mais wurde von Kolumbus entdeckt und im 16. Jahrhundert nach Europa eingeführt.InhaltsstoffeStärke, Zucker, Vitamin A.VerwendungMaisprodukte wie Maisgrits (Cornflakes), -grieß und -mehl werden aus Körnermais hergestellt. Mais wird hauptsächlich in Amerika angebaut. Mais, der bei uns angebaut wird, wird vorwiegend als Viehfutter verwendet. In getrocknetem Zustand kann man Mais den ganzen Winter über lagern.  
ReisReis ist das auf der Welt am meisten angebaute Getreide, er zählt zu den ältesten Kulturpflanzen und ist in Asien ein Hauptnahrungsmittel.HerkunftSüdostasien, China, Korea, Japan, Indien, Iran, Philippinen, Italien.InhaltsstoffeEiweiß, Fett und Kohlenhydrate, Kalium, Kalzium, Magnesium und Phosphor. Vitamin B-Komplex, Vitamin E, natriumarm.BesonderheitWirkt stark entwässernd und ist als diätetisches Lebensmittel besonders wertvoll bei Nierenerkrankungen, Rheuma, Ödemen sowie Herz- und Gefäßleiden.VerwendungAls Körnergericht, Reisschleim. Reismehl eignet sich zum Andicken von Soßen und Suppen und zur Herstellung von Pudding. Rundkornreis sollte für Süßspeisen (Milchreis) verwendet werden. Langkornreis sollte für die herzhafte Zubereitung gewählt werden.Man unterscheidet Reis nach der Form des Reiskorns: Langkornreis: Lange, schmale Körner, kocht trockenkörnig. Mittelkornreis: Kurze, bauchige Körner, nimmt Flüssigkeit gut auf. Rundkornreis: Fast runde Körner, wird beim Kochen weich und klebrig.Nach der Bearbeitung: Rohrreis (Paddyreis), Naturreis (Braunreis), Polierter Reis (Weißreis), Glasierter Reis, Parboiled Reis, PuffreisNach der Qualität: Vollreis: Weiße, ganze, ungebrochene Körner. Bruchreis: Ausgesiebte, gebrochene Körner. Wilder Reis: Ist kein Reis, sondern der Samen einer wildwachsenden Grasart.  
HirseHirse gehört in Indien, dem Orient und Afrika zu den Grundnahrungsmitteln.HerkunftAsien, von Indien über China nach Europa. Bereits in der Jungsteinzeit kultiviert, somit ältestes Getreide.InhaltsstoffeKieselsäure, Magnesium, Kalium, Phosphor, Fluor und Eisen.BesonderheitSchmackhaft und leicht verdaulich. Von allen Getreidearten die meisten Mineralstoffe, daher günstig für das Knochengerüst, gegen Haarausfall und brüchige Nägel, auch zur Erhöhung der Sehkraft. In der Naturheilmedizin: Hirse-Diäten bei Hauterkrankungen.VerwendungZum Backen: Hirsemehl als Zusatz zum Vollkorngebäck, macht knusprig, Getreidegerichte, nicht nur süß, sondern auch pikant: zur Abwechslung Hirsotto statt Risotto. Hirse muß wie Hafer und Gerste von den ungenießbaren Spelzen (Getreidekornhülsen) getrennt werden.  
DinkelAlte, weitverbreitete Kulturform des Weizens. Dinkel ist anspruchslos, robust und noch für karge Böden. Die Anbauflächen von Dinkel sind relativ gering.InhaltsstoffeEiweiß, Kalium und Phosphor sowie Eisen reichlich.BesonderheitHoher Kleberanteil. Herzhafter, nußartiger Geschmack.VerwendungZum Backen und Kochen wie Weizen, auch mit diesem gemischt. Eierpfannkuchen aus Dinkelmehl sind nicht nur für Kinder ein Leckerbissen.  
GrünkernUnreif und auf Spezial-Darren, bevorzugt im Buchenholzrauch, gedörrter Dinkel.InhaltsstoffeEiweiß, Phosphor, Eisen.BesonderheitDas würzige Aroma, hohes Sättigungsvermögen.VerwendungSuppen und Getreidegerichte. Gut mit Kräutern gewürzte Grünkernbratlinge werden warm aus der Pfanne oder auch kalt Fleischbratlingen gleichgesetzt und sind bekömmlicher und preisgünstiger. Als Wanderer-Kaltverpflegung gut geeignet.BemerkungGrünkern wirkt verdauungsfördernd.  
TriticaleTriticale ist eine neuartige widerstandfähige Weizen-Roggen-Hybride. Triticale enthält den Kleber vom Weizen. Es gibt zwei Typen: einen roggenähnlichen und einen weizenähnlichen Typ. Aus beiden Arten kann man Brot backen. Bisher wird nur sehr wenig Triticale angebaut, daher ist es schwierig, Triticalprodukte zu kaufen.  
BuchweizenKein Getreide, sondern ein Knöterichgewächs.HerkunftMittelasien.AnbauNorddeutschland, Niederlande, Nordrußland, Frankreich.InhaltsstoffeEisen, Phosphor, Kalium, Kalzium, Magnesium, Fluor, Kieselsäure, Vitamine B1, B2, B6, viel Lezithin.BesonderheitBuchweizeneiweiß enthält im Gegensatz zum Getreideeiweiß das für biochemische Vorgänge und für das Knochenwachstum wichtige Lysin (Aminosäure) reichlich. Buchweizen ist leicht verdaulich.VerwendungZum Kochen und Backen wie Getreide. Als Zusatz zu Backrezepten zur Geschmacksanhebung. Buchweizentorte ist ein Leckerbissen. Als Beilage anstelle von Reis ist Buchweizen eine Besonderheit.