Dill

Anethum graveolens

Der Dill wurde schon in den Gräbern der ägyptischen Könige gefunden, was seine hohe Wertschätzung im Altertum unterstreicht. Im Talmud wird erwähnt, daß auf Dill der Zehnte abgeführt werden mußte, in Judäa galt er gar als Zahlungsmittel. Karl der Große ordnete 812 den Anbau verschiedener Kräuter in Gärten und Klöstern an, darunter auch den Anbau von Dill.

Der einjährige Dill kommt in den Mittelmeerländern und Nordafrika verwildert fast überall vor.

Dill ist mit Fenchel verwandt und sieht ihm sehr ähnlich. Ein ca. 1 Meter hoher, schlanker hohler Stengel wächst aus einer dünnen Wurzel, ist locker, in weiten Abständen mit sehr feinen 3fach zerteilten gestielten Blättern besetzt. Er ist hellgrün mit weißlichen Längsstreifen. An seiner Spitze bildet sich im Juli / August die goldgrün blühende vielstrahlige Dolde. Der Duft der kleinen Einzelblüten zieht blattlausverzehrende Insekten an. Die Samen sind elliptisch, braun mit Rippen, die in zwei Teilfrüchte zerfallen.

Die ätherischen Öle der Samen und Blätter und die in der ganzen Pflanze enthaltenen wertvollen Mineralstoffe machen Dill zu einem vielseitig angewendeten Naturheilmittel.

Dill benötigt einen nährstoffreichen, neutralen und warmen Standort und sollte alle 3-4 Wochen, vom Frühling bis in den Spätsommer, nachgesät werden. Die Blätter werden frisch oder getrocknet verwendet. Die reifen Samen werden im Spätsommer geerntet, als Pulver benutzt oder zu ätherischem Öl destilliert.

Dill paßt zu Salaten, besonders zu Gurkensalat. Dillsauce reicht man zu Fischgerichten wie Aal, Hecht oder als Dip. In Essig eingelegte Gurken oder Mixed Pickles sind ohne Dill undenkbar. Zum Aromatisieren von Essig oder Öl benutzt man die frischen Blätter. Die Samen werden in Currymischungen gebraucht.

In der Naturheilkunde werden die Öle gegen Koliken, Bauchschmerzen und nervöse Beschwerden wie Einschlafstörungen und Herzklopfen angewendet. Tee ist für Leber- und Gallenkranke zu empfehlen; er fördert die Harnbildung, ist desinfizierend und wird für kühlende Umschläge verwendet.

Dillöl wird zu Seifen und Reinigern verarbeitet. Viele Fertigmedikamente enthalten die Wirkstoffe des Dills.