Antibiotika und Alternativen

Jeder hatte schon einmal eine Infektion, sei es nun eine Blasenentzündung oder eine Erkältung. In schwereren Fällen bekommt man vom Arzt ein Antibiotikum verschrieben, wenn der Körper nicht alleine in der Lage ist, die Keime zu bekämpfen, oder eine zweite zusätzliche Infektion im Entstehen ist. Bei leichteren Infektionen gibt es aber auch andere Möglichkeiten, neben den vom Arzt verschriebenen Antibiotika. Natürlich sollte klar sein, daß dies nicht für schwerere Infektionen gilt und daß sie einen Arztbesuch nicht ersetzen können. Besonders bei kleineren Kindern ist es zunächst ratsam, den Arzt aufzusuchen und mit ihm weitere Schritte abzustimmen. Im Großen und Ganzen werde ich in diesem Beitrag auf die von Bakterien verursachten Infektionen eingehen, andere werde ich aber ebenfalls erwähnen, ohne sie jedoch näher zu erläutern.

Geschichte der Antibiotika

Das erste Antibiotikum, welches von Alexander Fleming entdeckt wurde, war das Penicillin. Die Geschichte der antibiotisch wirksamen Substanzen begann allerdings schon viel früher, nur werden diese definitionsgemäß nicht als Antibiotika bezeichnet, da dieser Begriff ursprünglich für natürliche Stoffwechselprodukte von Mikroorganismen stand, die gegen Bakterien wirken. Antibiotische Substanzen und Pflanzen sind schon seit sehr langer Zeit, wahrscheinlich seit mehreren Jahrtausenden, bekannt. Viele Kulturen hatten darüber vermutlich Kenntnis, aber heute lädst sich das Wissen um diese nur bis zu den ersten medizinischen Aufzeichnungen zurückverfolgen. So gibt es Überlieferungen aus dem Altertum, daß verschimmeltes Brot gegen äußerliche Infektionen schützen konnte.

Seit dem 19. Jahrhundert wußte man, daß Krankheiten wie Cholera, Pest oder Tuberkulose durch bestimmte Mikroben ausgelöst wurden. So dachte man, daß man relativ einfach ein Mittel dagegen finden würde, was sich jedoch als nicht ganz so einfach herausstellte. Louis Pasteur, ein französischer Chemiker, entdeckte im 19. Jahrhundert, daß bestimmte Bakterien Milzbranderreger abtöteten. 1910 setzte Paul Ehrlich die Arsenverbindung Salvarsan als antibiotisch wirksame Substanz gegen Syphilis und verschiedene Tropenkrankheiten ein. Salvarsan galt aber nicht als Antibiotikum, da es nicht von Mikroorganismen selbst gebildet wurde, und findet heute wegen des Arsengehalts keine Anwendung mehr. 1935 wurden als Antibiotika die Sulfonamide eingesetzt.

Die ersten Antibiotika, die 1928 entdeckt wurden, waren also die Penicilline, allerdings wurden sie erst sehr viel später eingesetzt. Erst ab 1941 konnten sie verwendet werden, da es vorher nicht gelang, das Antibiotikum in ausreichender Menge aus dem Pilz zu isolieren. Gefunden hat Alexander von Fleming die Wirkung, weil ein Pilz, Penicillium notatum, gegen einen Bakterienstamm wirkte und dessen Kulturen auflöste. Im zweiten Weltkrieg wurde dann das Penicillin gegen Blutvergiftungen durch Bakterien eingesetzt. Auch gegen die damals weit verbreitete Geschlechtskrankheit Gonorrhö, auch Tripper genannt, und zahlreiche andere Erkrankungen war es wirksam. In den 40er Jahren wurden dann viele weitere Penicilline gefunden. Schließlich konnten viele bis dahin tödlich verlaufende Krankheiten geheilt werden. Weitere Antibiotikaklassen wurden gefunden, wie zum Beispiel die Aminoglycoside (1943 Streptomycin), Tetracycline (nach dem zweiten Weltkrieg) und die Gyrasehemmer (1984).

Heute werden unter dem Begriff Antibiotikum auch jene Substanzen dazugezählt, die auf halbsynthetischem oder vollsynthetischem Weg entstehen. Die aus den Mikroorganismen isolierten Antibiotika finden auch heute noch Anwendung. Zusätzlich gibt es viele aber auch in abgewandelter Form, das heißt, sie wurden chemisch nachbearbeitet, um eine höhere Wirksamkeit oder bessere Verträglichkeit zu erreichen.

Resistenzen und Nebenwirkungen

Die meisten Antibiotika sind relativ gut verträglich. Die häufigsten Nebenwirkungen sind Allergien und Störungen im Magen-Darm-Trakt. Diese entstehen wie bei allen Substanzen, die gegen Bakterien wirken und Magen und Darm passieren müssen, dadurch, daß diese Stoffe auch die natürlichen, in „normaler“ Anzahl nicht krankheitserregenden Bakterien der gesunden Darmflora angreifen. Andere Nebenwirkungen sind von Wirkstoff zu Wirkstoff verschieden. Bei einigen kommt es vor, daß die natürliche Bakterienpopulation in anderen Körperregionen als der Magen-Darm-Trakt zerstört wird, und damit ein Abwehrschutz gegen Pilze. So kann es zu Infektionen durch diese kommen.

Ein großes Problem unter den Antibiotika ist die Resistenzbildung. Schon Fleming beschrieb 1947 das Phänomen der Resistenz und warnte davor, daß die Antibiotika ihre Wirkung gegenüber bestimmten Bakterien verlieren. Vereinfacht kann man die Entstehung folgendermaßen erklären: Ein Antibiotikum tötet alle Bakterien ab, aber eines überlebt, hat sich an das Mittel gewöhnt und angepaßt und vermehrt sich erneut. Alle daraus hervorgehenden Bakterien sind ebenfalls resistent und bei einer erneuten Gabe des Mittels kann dieses nicht mehr wirken. Natürlich ist dieser Effekt etwas komplizierter als hier dargestellt, denn ein einzelnes Bakterium reicht meist nicht aus, damit wird der Körper oft alleine fertig. Zudem tritt ein solcher Effekt meist auf, wenn es viele Menschen betrifft. Denn diese Bakterien müssen, um Folgen zu haben, andere Menschen ebenfalls erreichen und bei diesen Krankheiten auslösen. Direkt nach der Einführung des Penicillins traten die ersten Fälle auf, heute gibt es viele Stämme, die dagegen resistent sind. Auf die Warnung von Fleming hatte kaum jemand gehört, so daß die Bakterien viel Zeit hatten, sich daran zu gewöhnen. Besonders in Krankenhäusern ist aufgrund der verschiedensten Bakterien und eingesetzten Mittel dieses Phänomen sehr ausgeprägt, so daß immer wieder neue Wirkstoffe entwickelt werden müssen.

Um weitere Resistenzen zu vermeiden, sollten vom Arzt verordnete Antibiotika immer bis zum Ende eingenommen werden und nicht nur solange, bis die Symptome verschwunden sind, denn diese zeigen sich meist schon nicht mehr, wenn noch viele Erreger im Körper sind, die aber ausreichen, um eine erneuten Ausbruch der Krankheit zu verursachen. Zudem sind Antibiotika bei viralen Erkrankungen wie Grippe meist wirkungslos - allerdings sinnvoll, wenn zusätzliche Infektionen durch Bakterien drohen oder schon im Entstehen sind. Der Einsatz sollte also gezielt erfolgen. Letztlich entscheidet der Arzt, welche Therapie am sinnvollsten ist. Aber man kann den Arzt auf jeden Fall fragen, ob man nicht zunächst etwas anderes probieren kann. Alternativen gibt es viele. Bei antibiotisch wirksamen Pflanzen kann es zwar auch irgendwann zu Resistenzen kommen, bisher sind diese aber eher unüblich, da sie selten eingesetzt werden.

Flechten

Das Isländisch Moos ist bekannt in der Anwendung bei Husten und Erkältung in Form von Lutschtabletten oder Tee. Es ist aber genau genommen kein Moos, sondern eine Flechtenart. Viele Menschen wissen, daß die Wirkung bei Halsschmerzen auf die Schleimstoffe des Mooses zurückgeht. Weniger bekannt ist die Tatsache, daß im Isländisch Moos Flechtensäuren enthalten sind, die antibiotisch und bakterienhemmend wirken. Deshalb wurde es in der Antike häufig gegen Tuberkulose eingesetzt. Heute wird es von Heilpraktikern zur Behandlung von Mund-, Rachen- und Darminfektionen genutzt.

Isländisch Moos kann man in ganz Europa vor allem im Gebirge finden, aber auch auf sandigen Böden im Flachland. Einen Tee kann man zubereiten, indem man zwei Teelöffel der getrockneten Flechte in einen kleinen Topf gibt, ca. 200 ml kaltes Wasser hinzufügt und das Ganze zum Sieden bringt. Anschließend wird es sofort abgeseiht. Von diesem Tee trinkt man zwei bis drei Tassen täglich.

Eine weitere Flechte, die antibiotisch wirksame Säuren enthält, ist die Bartflechte (Usnea barbata). Sie wird deshalb gerne als hochwirksames Antibiotikum gegen Streptokokken und Staphylokokken, zwei häufige Bakterienarten, eingesetzt. Daher kann sie bei Nebenhöhlenentzündungen und Mandelentzündungen verwendet werden. Die Bartflechte findet man häufig an Nadelbäumen, von denen sie herabhängt. Am häufigsten kann man sie im Gebirge entdecken, wo sie auch an Felsbrocken wächst. Für Entzündungen im Mund und Rachenbereich wird sie vor allem als Lutschtablette angewendet. Im südamerikanischen Hochland wird gegen Husten auch ein Tee aus einer Flechtenart ähnlich der Bartflechte genutzt.

Pflanzen mit Senfölen

Zwei der bekanntesten antibiotisch wirkenden Pflanzen sind die Kapuzinerkresse und der Meerrettich. Diese beiden Pflanzen, die gerne als Gewürze verwendet werden, besitzen viele Senföle. Diese wirken gegen Bakterien und sogar dagegen, daß Viren sich vermehren können. Zum Teil bekämpfen sie sogar bestimmte Pilze. Sie werden daher bei Bronchitis, aber auch bei Nebenhöhlenentzündungen eingesetzt. Auch bei grippalen Infekten und vor allem bei Harnwegsinfekten können sie verwendet werden. Die beiden eignen sich aber auch zur Vorbeugung, wenn man besonders anfällig für kleinere Infekte ist. Bei beiden ist darauf zu achten, daß man nicht zu viel zu sich nimmt, da durch die Inhaltsstoffe schnell die Schleimhäute von Magen und Darm und die Nieren gereizt werden können. Bei der Kapuzinerkresse sollte man zusätzlich beachten, daß die Alkoholtoleranz vermindert ist.

Die Kapuzinerkresse kann im eigenen Garten angebaut und zur Blütezeit geerntet werden. Ursprünglich stammt sie aus Südamerika, wo sie von den Ureinwohnern schon lange genutzt wird. Sie wird häufig getrocknet und später als Tee aufgegossen getrunken, obwohl am besten die frischen Blätter verwendet werden. Üblicher ist es aber, daß man die frischen Blätter in fertigen Zubereitungen wie Tinkturen findet. Aber auch der frische Saft der Pflanze kann angewendet werden.

Auch der Meerrettich wird in Deutschland angebaut. Von September bis Februar wird geerntet und zwar die Wurzeln. Diese werden am besten frisch verwendet. Wenn man sie einlagern will, so sollte man dazu einen dunklen, frostsicheren, aber kühlen Keller verwenden. Bei Husten, Blasen- und Nierenleiden kann man den Meerrettich reiben und mit Honig oder Zucker vermischen (Verhältnis 1:1) und davon morgens und abends je einen Teelöffel nehmen. Beim Reiben sollte man darauf achten, daß der Saft nicht in die Augen gelangt, da es diese stark reizen kann.

Knoblauch

Der Knoblauch ist schon lange als Arzneipflanze bekannt. Schon die Ägypter verwendeten ihn gegen leichtere Infekte, hauptsächlich vorbeugend. Aber auch die Griechen, die Römer und die Germanen kannten die Pflanze und nutzten sie als Heilmittel, hauptsächlich gegen Atemwegserkrankungen wie Bronchitis oder Keuchhusten, gegen die der Knoblauch noch heute in der Volksmedizin eingesetzt wird. In seinem Werk De materia medica berichtet Dioskurides über den Einsatz bei verschiedenen Infektionskrankheiten, wie Aussatz oder Tollwut. Später, im Mittelalter, wurde der Knoblauch gegen die Pest eingesetzt. 1858 fand Louis Pasteur heraus, daß er antibiotisch wirkt, indem er das Wachstum von vielen Mikroorganismen unterdrückt. Die bakterientötende Wirkung geht auf das vom ihm gebildete Alliin zurück, welches zunächst unwirksam ist. Erst nachdem es von Enzymen in Allicin umgewandelt wird, entsteht die Wirkung. Kommt noch Sauerstoff hinzu, wird es weiter umgewandelt und es entsteht der typische Geruch.

Der Knoblauch kann auch bei uns in Gärten wachsen und wird zwischen Mai und September geerntet. Es wird der frische Saft verwendet, entweder pur, oder gesüßt mit Honig in Milch. Ein überliefertes Hausrezept für Knoblauch-Saft besagt, daß man fünf Zehen fein zerkleinert und mit fünf Teelöffeln Zucker mischt. Anschließend wird Wasser zugegeben, zum Kochen erhitzt und dann fünf Minuten ziehen gelassen. Danach wird durch ein Tuch abgeseiht und die fertige Flüssigkeit löffelweise über den Tag zu sich genommen. Bei grippalen Infekten und akuter Bronchitis kann ein Zitronen-Knoblauch-Getränk helfen. Dieser wird folgendermaßen zubereitet: Eine halbe Zitrone wird ausgepreßt und mit 150 ml heißem, nicht mehr kochenden Wasser übergossen. Dazu wird eine Knoblauchzehe hinein gepreßt und für einen angenehmeren Geschmack ein Teelöffel Honig hinzugegeben. Wenn man die Anwendung des Knoblauchs nicht übertreibt, sind keine Nebenwirkungen zu erwarten. Bei einem Zuviel allerdings kann es zu Magen- und Darmreizungen oder gar zu Schlafstörungen kommen.

Propolis - Wirkungen

Nicht nur Pflanzen können helfen. So gibt es zum Beispiel noch das Kittharz, welches die Bienen herstellen, um ihren Stock abzudichten, das sogenannte Propolis. Die Bienen schützen sich damit nicht nur gegen Wettereinflüsse, sondern aufgrund vielfältiger Inhaltsstoffe auch gegen Krankheitserreger. So können auch wir Propolis als Pulver, zum Teil in Kapseln, als Bonbons, Salbe, Creme, Tinktur oder Extrakt nutzen. Es wirkt gegen verschiedene Bakterien und Viren und kann zusätzlich die Immunabwehr stärken. Zudem kann es eine Entzündung hemmen. So verwendet man Propolis bei grippalen Infekten, Bronchitis, Halsschmerzen, Nebenhöhlenentzündungen, Magen- und Darminfektionen und Harnwegsinfekten innerlich. Äußerlich nutzt man es bei Sonnenbrand, leichteren Verbrennungen und zum Beispiel bei Ekzemen. Sogar bei Herpes, Schuppenflechte oder Gürtelrose kann es unterstützend helfen.

Die ursprüngliche Form des Propolis ist das Harz. Dieses kann zum einen gekaut werden, zum anderen kann man es durch Wärme - Handwärme reicht meist aus - formbar machen und direkt auf die betreffenden Hautstellen geben. Propolispulver läßt sich einfach herstellen, indem man das Propolis-Harz tiefgefriert und dann mahlt. Aus dem Pulver kann man sich mit Wasser oder Milch und Honig ein Getränk zubereiten oder man mischt es mit reinem Honig. Propolisbonbons kann man meist schon fertig kaufen.

Propolis - Zubereitungen

Um eine Tinktur herzustellen, nimmt man möglichst reines Propolis - als Harz oder besser noch als Pulver - und dazu hochprozentigen Alkohol (über 70 %). Das Propolis wird in ein gut verschließbares Gefäß gefüllt, anschließend wird der Alkohol hinzugegeben und das Gefäß fest verschlossen. Dieses wird während der nächsten zwei bis sechs Wochen täglich geschüttelt, bis sich fast alles aufgelöst hat. Anschließend wird das Gemisch abgeseiht. Das Verhältnis der beiden sollte 1:1 nach dem Volumen sein, nicht nach der Masse, das heißt, daß man zum Beispiel zu einer Tasse Propolis eine Tasse Alkohol gibt. Diese Tinktur ist dann ein Jahr haltbar, wenn sie kühl gelagert wird. Die Lösung kann man tropfenweise äußerlich anwenden. Wenn der verwendete Alkohol ein Trinkalkohol und kein Industriealkohol ist, dann kann man ihn auch verdünnen und einige Tropfen zu Wasser, Milch oder Tee geben und anschließend trinken. Die Inhaltsstoffe des Propolis mit Wasser auszuziehen ist wesentlich schwieriger, da sie nicht wasserlöslich sind. Man müßte also die Propolis-Wasser-Mischung erwärmen. Dies ist allerdings nicht besonders sinnvoll, da dadurch wichtige Stoffe zerstört werden. Es gibt jedoch besondere, industrielle Verfahren, mit denen wäßrige Zubereitungen hergestellt werden können.

Läßt man die Propolis-Tinktur einige Zeit in einem offenen Gefäß stehen, so verdunstet ein Teil des Alkohols. Der Gehalt an Propolis und Wasser wird höher und es entsteht ein sogenannter Extrakt. Das offene Gefäß wird solange stehen gelassen, bis der Extrakt eine sirupartige Konsistenz erreicht hat. Anschließend wird er in ein gut verschließbares Gefäß gegeben. Der Extrakt kann wie das Harz oder die Tinktur angewendet werden. Aus der Tinktur kann man sich ganz einfach eine Salbe herstellen. Man benötigt dazu ca. 50 ml Pflanzenöl, drei Gramm Bienenwachs, zwei Gramm Bienenhonig und 20 bis 30 Tropfen der Tinktur. Dieses Rezept ist nur eine Variante, man kann die Grundlagen-Zutaten natürlich auch variieren. Zunächst erhitzt man in einem Wasserbad zusammen das Wachs und das Öl. Wenn sich beides vermischt hat, nimmt man das Gefäß wieder aus dem Wasserbad und rührt die Mischung so lange um, bis sie anfängt, etwas dicker zu werden, ohne daß sie schon ganz hart wird. Sie hat dann die richtige Temperatur, um den Honig einzuarbeiten. Während man ihn dazu gibt, muß man weiter umrühren. Anschließend gibt man unter Rühren noch die Propolistinktur hinzu und rührt solange weiter, bis die Salbe die gewünschte Konsistenz und annähernd Zimmertemperatur hat. Dann wird die Salbe in ein Gefäß gegeben und gut verschlossen und kühl gelagert.

Anstatt der Salbe kann man auch eine Creme herstellen. Diese enthält zusätzlich Wasser und ist dadurch etwas leichter. Allerdings ist sie durch den Wasseranteil weniger lange haltbar. Für eine Creme braucht man 30 ml Pflanzenöl, 15 Gramm Wollwachs, vier Gramm Bienenwachs, 25 ml Wasser und 50 Tropfen Propolistinktur. Anstatt der Tinktur kann man hier auch alternativ eine entsprechende Menge an Propolisextrakt nehmen. Öl und die beiden Wachsarten werden in einem Wasserbad erhitzt, bis alles flüssig ist, und dann aus dem Wasserbad genommen. In einem weiteren Gefäß wird das Wasser erhitzt, welches dann unter Rühren in das erste noch heiße Gefäß zugegeben wird. Die Konsistenz wird mit der Zeit zunehmend fester. Wenn die Creme einigermaßen abgekühlt ist, gibt man in kleinen Portionen und unter ständigem Rühren die Tinktur oder den Extrakt dazu. Anschließend wird die Creme in ein Gefäß gefüllt und fest verschlossen und kühl gelagert.

Honig

Auch der Honig ist ein schon lange verwendetes Mittel. Schon Dioskurides gibt folgendes zum Honig an: Er „[...]heilt ferner als Mundspülung und Gurgelmittel Kehlkopf-, Mandel- und Schlundmuskelentzündungen. Er treibt den Urin, hilft bei Husten[...]“ (De materia medica, Dioskurides). Er wird von Bienen hergestellt, die verschiedene Blütenarten dafür verwenden. Die Inhaltsstoffe unterscheiden sich von Honig zu Honig und sind davon abhängig, welchen Nektar oder Pflanzenextrakt die Bienen sammeln. So ergeben sich unterschiedlichste Farben, Konsistenzen und Geschmacksrichtungen. Honig besteht zum größten Teil aus Zucker, einem kleineren Teil Wasser und zusätzlich aus Vitaminen, Mineralstoffen und Enzymen.

Einige Studien bestätigen, daß Honig antibiotisch gegen Helicobacter pylori wirkt. Dieser Erreger spielt eine wichtige Rolle bei Magenerkrankungen wie Magenschleimhautentzündungen und -geschwüren. Die bakterientötenden Eigenschaften des Honigs sollen auf das Freisetzen von Wasserstoffperoxid zurückgehen. Aber auch gegen bestimmte Bakterien, die sich in Wunden finden, Staphylokokken und Pseudomonas-Arten, kann Honig durch seinen hohen Zuckergehalt helfen. Dies wußten schon die Ägypter und setzten ihn als Wundauflage ein. In einigen Kulturen wurde er sogar dazu verwendet, um offene Stellen zu verschließen. An der Hebräischen Universität Jerusalem wurde eine Studie durchgeführt, in der gezeigt wurde, daß Honig in sehr geringen Mengen gegen Karies hilft. Aber Achtung: In größeren Mengen hingegen wirkt es durch den hohen Zuckergehalt kariesfördernd. Eine weitere Nebenwirkung vom Honig ist, daß er in großen Mengen zu Durchfall führen kann. Kinder unter einem Jahr sollten ihn nach Möglichkeit gar nicht bekommen, da er Sporen von Bakterien enthalten kann, an die das kindliche Immunsystem noch nicht angepaßt ist. Dadurch kann es zu Infektionen kommen.

Honig kann man gut zur Wundheilung verwenden. Dazu wird der Honig auf eine Kompresse gegeben und anschließend einen Tag auf der entsprechenden Hautstelle belassen. Der Vorteil von Honig als Wundauflage ist, daß er nicht mit der Wunde verklebt und leicht abwaschbar ist. Zudem kann er mit anderen Pflanzen oder Extrakten kombiniert werden. Aber Achtung: Man sollte niemals ohne ärztlichen Rat irgend etwas auf offene Wunden geben außer sterilen Kompressen zur Stillung von Blutungen und zum Schutz vor dem Eindringen von Bakterien. Wer einen qualitativ hochwertigen Honig erhalten möchte, sollte direkt beim Imker nachfragen. Dort kann man sicher auch schauen, in welchem Umfeld die Bienen den Nektar sammeln. Wenn er von Pflanzen an größeren Straßen stammt, wäre das eher ungünstig, da die Schadstoffe evtl. bis in den Honig gelangen. Beim Imker kann man meistens auch sicher sein, daß der Honig nicht mit Zucker gestreckt und die Bienen nicht nur mit Zucker gefüttert werden, sondern tatsächlich den Blütennektar sammeln. Zusätzlich kann man den Imker gleich noch nach Propolis und Bienenwachs fragen, wenn man diese benötigt.

Tiere

Neben den Bienen gibt es eine weitere große Anzahl an Tieren, die antibiotische Substanzen produzieren. Viele von ihnen sind Insekten. Besonders solche, die in Staaten zusammenleben, sind dabei interessant, denn sie wären eigentlich ideal, um Infektionskrankheiten besonders zu verbreiten und damit den eigenen Staat auszurotten. Aber bei vielen findet man Substanzen, die gegen Bakterien und zum Teil gegen Pilze wirken, so daß die einzelnen Staaten ganz gut überleben können. Mittlerweile hat man jedoch auch bei Tieren, wie Fischen oder Haien Stoffe gefunden, die die Bakterien abwehren. Diese Stoffe sind sogenannte antimikrobielle Peptide, die im Prinzip jeder Organismus bilden könnte. Bei Insekten bilden diese Stoffe einen Großteil der körpereigenen Abwehr. Inwieweit diese Substanzen den Menschen nützen können, ist noch nicht ganz geklärt, aber es wird versucht, sie zu isolieren und gegen Bakterien einzusetzen.

Einheimische Pilze

Es gibt auch einige Pilze, die man bei uns finden kann und denen antibiotische Eigenschaften zugeschrieben werden. Einer davon ist der Birkenporling. Dieser Pilz wächst nur auf Birken, vor allem auf schwächeren, wo man ihn von Mai bis November entdecken kann. Den jungen Pilz kann man zwar essen, allerdings sollte man beachten, daß der ältere schwach giftig wirkt. Bei der als „Ötzi“ bekannten Gletschermumie wurden einige Pilze dieser Art gefunden und man vermutet, daß er als sie als Heilmittel bei sich trug. Er soll antibiotisch wirken, bewiesen ist dies allerdings nicht. Für eine Anwendung wird er in kleine Scheiben geschnitten und anschließend für ungefähr eine halbe Stunde gekocht. Der Sud, der daraus entsteht, ist dann das Mittel, welches man verwendet, zum Beispiel auch bei Magenbeschwerden. Ein Bekannter erzählte mir davon, daß man den Pilz wohl auch als Pulver zermahlen benutzen könne.

Neuerdings werden auch Schnecklinge dazu genutzt, um Antibiotika daraus zu isolieren. Diese Entdeckung beruhte, wie bei vielen anderen Mitteln auch, auf einer Zufallsentdeckung. Forscher wunderten sich, daß die Schnecklinge besonders selten von Schnecken, aber auch von krankheitserregenden Pilzen wie Schimmel und Bakterien angegriffen werden, und untersuchten diese daraufhin genauer. Heute gibt es auf diese Wirkstoffe aus der Natur ein Patent, so daß neue Antibiotika daraus hergestellt werden können. Die Entwicklung der Antibiotika wird wohl stetig fortschreiten, genauso wie die Bakterien ständig neue Mechanismen entwickeln werden, wie sie sich gegen diese Stoffe schützen können. Mit pflanzlichen Mitteln kann man zumindest versuchen, den Prozeß der Resistenzbildung etwas zu reduzieren.