Andragogik

Andragogik (etymologisch vom griechischen Wort Männerführung abgeleitet) ist ein Begriff, der in der Wissenschaft von der Erwachsenenbildung für deren Theorienbildung benutzt wird.

Historisch taucht der Begriff erstmals 1833 auf; dabei wird mit diesem Begriff die Kindererziehung von der Erwachsenenbildung abgegrenzt. Diese Abgrenzung findet aber schon früh ihre Kritiker vor allem durch Schulpädagogen. Während der Weimarer Zeit wird der Begriff von der sogenannten »Neuen Richtung« ebenfalls als Abgrenzung gegenüber der Schulpädagogik oder als Versuch, Erwachsenenbildung umfassender zu konzipieren, benutzt.

Nach dem 2. Weltkrieg erlebt der Begriff durch Pöggeler (1957) eine Renaissance. Pöggeler betont mit der Begriffswahl die Eigenständigkeit der Erwachsenenbildung. Allerdings wird der Begriff ab den 70er Jahren aufgrund seiner historisch bedingten Ferne von den Erziehungswissenschaften in der deutschsprachigen Diskussion abgelehnt. In den Niederlanden hat sich ein Begriffsumfang von »Andragogik« etabliert, der Theorie sozialer Arbeit (mit Erwachsenen), Gemeinwesenarbeit und Erwachsenenbildung umfaßt. Im ehemaligen Jugoslawien ist der Begriff ebenfalls gebräuchlich (Andragogija - jugoslawische Zeitschrift für Andragogik). Er scheint seit den 90er Jahren auch im britischen Sprachraum wieder vermehrt verwendet zu werden.

Der Begriff ist aufgrund seines etymologischen Ursprungs und seiner bisherigen Begriffsverwendung eher problematisch und belastet.